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Tiroler Osterfestival holt sich den Stammplatz zurück

Corona funkte dem vorösterlichen Kulturreigen 2020 und 2021 heftig dazwischen. Die 34. Auflage startet am 1. April.

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Das Tanzensemble „CocoonDance“ tritt am 9. April im Innsbrucker Congress auf.
© Klaus Fröhlich

Innsbruck – In den beiden vergangenen Jahren wurde das Osterfestival Tirol seinem Namen kalendarisch nicht gerecht. Corona führte den jährlich wiederkehrenden Kulturreigen von Familie Crepaz an die Grenze der Belastbarkeit: ständiges Umplanen, Verschieben und Improvisieren waren die Regel, unter kurzfristig sich ändernden politischen Vorgaben. Final fand die Ausgabe 2020 im Oktober statt, jene des Vorjahrs im Juni. Immerhin, die Kontinuität wurde gewahrt. Es gab keinen Totalausfall, wie das andere Festivals verzeichnen mussten.

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Heuer findet das Osterfestival zurück zum angestammten Frühjahrstermin. Vom 1. April bis zum Ostersonntag am 17. April wird, zumeist im Haller Salzlager und im Congress Innsbruck, ein von Festivalmacherin Hannah Crepaz organisierter Mix aus Tanz, Performance, Theater und Musik angeboten.

Corona hat Spuren hinterlassen. Crepaz ortet ein geändertes Verhalten bei den Besuchern: „Es wird kurzfristiger entschieden, viele sind vorsichtig geworden.“ Sie sei aber überzeugt, dass echter Kontakt nicht durch virtuelle Folgen der Pandemie, Kultur daheim vom Sofa aus, zu ersetzen sein werde.

Das Kräftemessen zwischen weit fortgeschrittenen technischen Möglichkeiten und hautnaher emotionaler Interaktion kommt auch im Titel der heurigen 34. Auflage des Osterfestivals zum Ausdruck: „Maschine.Mensch“.

Die Auftaktveranstaltung „Unheimliches Tal“ mit dem Rimini Protokoll (1./2. April) zeigt, wozu künstliche Intelligenz fähig ist. Autor Thomas Melle ließ sich, als Double für öffentliche Auftritte, einen humanoiden Roboter bauen. Der wirkt täuschend echt, mit menschlich anmutender Stimme, und wird im Salzlager Hall zu bestaunen sein.

Das Osterfestival versteht sich auch als Plattform für moderne Musik, die stark elektroakustisch geprägt ist. Die Ensembles Phace (am 6. April) und WirkWerk (13. April) kommen teils mit Erstaufführungen. Den Stummfilm „Fräulein Else“ von anno 1929 (nach einer Schnitzler-Novelle) erwecken Franui zusammen mit maschek in Musik und Wort zu neuem Leben (5. April, Congress).

Fast schon Pflichtprogramm ist Bachs „Matthäus-Passion“ mit dem Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe (14. April, Congress). Am Karfreitag (15. April) ist die Needcompany mit Regisseur Jan Lauwers erstmals in Tirol zu Gast. Die Produktion „All the Good“ ist episodenhaftes Theater, mit Themen wie Verlust und Hoffnung, passend zum Tag.

Am Ostersonntag beschließt die Tanzcompagnie von Guy Nader und Maria Campos das Festival. (mark)


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