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Analyse zum ÖFB-Team: Nicht nur auf Trainerbank viel Luft nach oben

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Für Franco Foda, David Alaba und das ÖFB-Team ist der Traum von der WM-Teilnahme mit der Niederlage gegen Wales geplatzt.
© APA/ROBERT JAEGER
Alex Gruber

Analyse

Von Alex Gruber

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Ja, mit Italien ist auch der amtierende Europameister in der WM-Quali sogar zum zweiten Mal in Serie krachend gescheitert. Aber nein – mit diesem Ablenkungsmanöver sollten sich die Verantwortlichen beim ÖFB-Team nicht tarnen. Das reicht von Neo-Präsident Gerhard Milletich (seit September) bis zu Sportdirektor Peter Schöttel, die nicht nur aufgrund unglücklicher Aussagen (auch in den Landesverbänden) in der Kritik stehen. Dass das Aus im WM-Play-off jetzt ein kolossales „Beben“ in der obersten Verbandsspitze auslösen sollte, sei moralischen Scharfrichtern vorbehalten.

Für Teamchef Franco Foda muss trotz furiosem Start (fünf Siege in Serie), dem Aufstieg in der Nations League, der gelungenen EM-Endrunde und guter Bilanz die Reise beim ÖFB zu Ende sein. Zu oft ließ die heimische Auswahl insbesondere in der WM-Quali jene Klasse vermissen, die man einer mit Legionären gespickten Mannschaft und vermeintlich goldenen Generation attestieren muss. Wer in viereinhalb Jahren kein einziges Match gegen ein in der FIFA-Weltrangliste besser klassiertes Team gewinnen kann, hat kaum einen Schritt vorwärts gemacht, sondern zählt weiter zur B-Garnitur und zu einer Nation, die seit 24 langen Jahren auf die Teilnahme an einer WM-Endrunde wartet.

Als Ausreden können weder das Coronavirus noch Verletzungssorgen dienen. Vielmehr ging im oft ineffektiven Ballbesitz-Fußball zwischen den Linien jener Sp(i)rit verloren, den es am Weg zu großen Turnieren neben der sportlichen Klasse dringend benötigt. Wie Mentalitätsmonster heiß laufen, exerzierten die Wales-Kicker vor. Für die ÖFB-Elf war die gute Auslosung am anvisierten Weg nach Katar nur ein Strohfeuer, der Funke ist unter Foda aber nicht mehr übergesprungen.

Am frischen Wind und einem neuen starken Mann, der allen mit neuer Spielanlage wieder schnelle Beine macht, führt kein Weg mehr vorbei. An dieser Entscheidung wird Milletich mit seinem Bekenntnis zu Schöttel gemessen. Fakt bleibt: Das volle Potenzial wird nicht abgerufen. Das muss aber vom Präsidium bis auf den Platz der kollektive Anspruch sein.


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