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Diplomatische Hilfe bei der Krisenbewältigung in Tirol

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Lagebesprechung: der Honorarkonsul der Ukraine in Tirol, Walter Peer (hinten, r.), mit seinen Kollegen Christian J. Winder (Ungarn, l.), Eugen Sprenger (Polen) und Ernst Madlener (Moldawien, r.).
© mz

Innsbruck – Die Hilfe für die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflüchteten Menschen ist in Tirol voll angelaufen. Inzwischen sind auch die 300 Waisenkinder samt Betreuungspersonen sicher in Tirol eingetroffen und, auf mehrere Standorte verteilt, untergebracht.

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Der Transport von der Ukraine nach Tirol war ein schwieriges Unterfangen, berichtet der ukrainische Honorarkonsul in Tirol, Walter Peer: „Immer wieder musste der Konvoi stoppen, weil die Strecke bombardiert wurde.“ Auf der Suche nach Ausweichrouten oder offenen Grenzübertrittsstellen konnte sich Peer auf die tatkräftige Unterstützung seiner Honorarkonsul-Kollegen Eugen Sprenger (Polen), Ernst Madlener (Moldawien) und Christian J. Winder (Ungarn) verlassen.

Mit ihnen tauscht sich Peer nicht nur fachlich aus. Sie springen auch immer wieder ein, wenn es darum geht, dringend benötigte Hilfsgüter (Medikamente, Lebensmittel etc.) zu besorgen. „Und sie helfen mit, Zufluchtsorte für Familien zu organisieren, die auf dem Weg von der Ukraine in den Westen nicht mehr weiterkommen“, ist Peer dankbar für die diplomatische Hilfe.

Die Flüchtlinge treffen in den Nachbarstaaten Polen, Moldawien und Ungarn auf große Solidarität. „Die Bereitschaft zu helfen ist enorm“, weiß Sprenger. Mehr als 2,2 Millionen Menschen seien vor den russischen Aggressoren nach Polen geflüchtet, rund 110.000 würden sich allein in der Innsbrucker Partnerstadt Krakau aufhalten. Ähnliches, wenn auch nicht in dieser Dimension, berichten Winder und Madlener aus den Ländern, die sie vertreten.

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Kein Wunder also, dass bei den vier Honorarkonsuln ständig das Telefon läutet. Zwischendurch aber gibt es, den traumatischen Erlebnissen im Kriegsgebiet zum Trotz, auch nette Geschichten. Walter Peer etwa erhielt einen Anruf von einem der vier Tiroler Busfahrer beim ersten Waisenkinder-Transport: „Er wollte wissen, wie viele Kinder einsteigen würden. Auf meine Frage, wozu er das brauche, antwortete er: ,Weil wir Plüschtiere gekauft haben, damit die Kinder auf der langen Fahrt etwas zum Kuscheln haben.‘“ (mz)


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