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Waldbrände in Längenfeld: Lagerfeuer oder Zigaretten als mögliche Auslöser

Zwei separate Feuer brachen am Sonntagnachmittag im Wald oberhalb der Ötztaler Gemeinde aus. Aufgrund der großen Trockenheit und der teils steilen Lage gestaltete sich der Einsatz schwierig. Am nördlichen Brandort entdeckten die Ermittler nun ein abgekühltes Lagerfeuer.

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Zwei separate Rauchsäulen stiegen am Nachmittag im Wald oberhalb von Längenfeld auf.
© zeitungsfoto.at/Liebl Daniel

Längenfeld – An gleich zwei Stellen zur selben Zeit brachen am Sonntagnachmittag im Bereich eines Wanderweges in Längenfeld Waldbrände aus. Insgesamt brannte eine Fläche von drei bis vier Fußballfeldern. Mit Unterstützung von drei Löschhubschraubern kämpften bis zum Einbruch der Dunkelheit bis zu 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Auch am Montag beschäftigten die Brände die Feuerwehren der Region noch, es galt, im steilen und unwegsamen alpinen Gelände Glutnester zu finden und zu löschen. Gegen Mittag konnte laut Polizeiauskunft schließlich „Brand aus“ gegeben werden.

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Schwierige Löscharbeiten in steilem Gelände.
© ZOOM.TIROL

Brandermittler waren am Dienstagvormittag vor Ort. Am nördlich gelegenen Brandplatz entdeckten sie laut Aussendung ein bereits abgekühltes, gelöschtes Lagerfeuer, das einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern gehabt hatte. Es sei zwar offenbar ausgetreten worden, einzelne Holzstücke dürften aber in das Gras und Moos geschleudert worden sein. Dort hätten sie sich wieder entzündet.

Am südlichen Brandort waren schon zuvor Zigarettenstummel gefunden worden. Inwieweit diese Ausbruch des Feuers beigetragen haben, könne nicht mehr nachvollzogen werden. Auch am Weg zwischen den beiden Brandherden wurden weggeworfene Zigarettenkippen gefunden. Die Polizei bittet Zeugen, die am Sonntag zwischen 13 und 16 Uhr im Bereich Kochlerweg verdächtige Personen wahrgenommen haben, sich unter Tel. 059133/7106 zu melden.

Zuletzt hatte vor zwei Wochen ein großer Waldbrand in Pinswang die Feuerwehren mehrere Tage beschäftigt. Die Häufung von Waldbränden heuer schlägt sich auch österreichweit in der Statistik nieder. „Der März war einer der Waldbrand-intensivsten der vergangenen zehn Jahre“, sagte Mortimer Müller vom Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien am Montag. Rund 70 wurden bisher gezählt. Zuletzt gab es im März 2012 mehr Waldbrände als heuer, damals wurden 100 registriert. Die Ausbruchsgefahr sei derzeit aufgrund der Trockenheit sehr hoch, glücklicherweise sei das Risiko für die Ausbreitung der Feuer sowie eine hohe Intensität relativ gering.

📽️ Video | Waldbrände in Längenfeld hielten Einsatzkräfte in Atem

An südseitigen Hängen in fast ganz Österreich würde laut dem Experten schon eine Zigarette oder ein Funkenflug genügen, um ein Feuer auszulösen. Allerdings sei die Ausbreitungsgefahr, die wesentlich vom Wind abhänge, nur mäßig, solange es keinen Föhn gebe. Am Mittwoch könne es diesbezüglich aber noch kritisch werden.

In der Vergangenheit war der April 2020 mit über 100 Waldbränden ein ganz besonderer Monat. Und laut dem Experten gab es im Sommer 2013 während nur drei Wochen von Juli in den August hinein über 100 Feuer. (APA, np)

Die Feuerwehr am Einsatzort.
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