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Drogenersatztherapie: Tiroler Ärzte schlagen Alarm

Die Ärztekammer Tirol sieht die stabile Versorgungslage bei der Drogenersatztherapie gefährdet.

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Die Zahl der Ärzte, die in Tirol Opiatabhängige im Rahmen einer Drogenersatztherapie behandeln, nimmt stetig ab.
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Innsbruck – Die Drogenersatztherapie mit ärztlich verordneten Substanzen kann ein Weg zur vollständigen Abstinenz von Drogen sein. Im Jahr 1987 eingeführt, versuchen seither speziell für diese Behandlungsform ausgebildete Ärztinnen und Ärzte Drogenkranke aus der Illegalität der Drogenbeschaffung und des Drogenkonsums in ein strukturiertes und kontrolliertes Behandlungsregime ihrer Abhängigkeitserkrankung zu begleiten.

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Die Ärztekammer für Tirol schlägt nun allerdings Alarm und verweist auf aktuelle Daten aus dem Tiroler Substitutionsbericht 2021: Während es nämlich in den vergangenen Jahren eine Zunahme der Substitutionsbehandlungen in Tirol gibt, nimmt die Anzahl der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ab. „Waren 2008 nur rund 30 Prozent der Opiatabhängigen in Tirol in einer Substitutionsbehandlung, so sind es derzeit ca. 56 Prozent“, rechnet die Ärztekammer in einer Aussendung vor. Die Zunahme der Patienten über 35 Jahre gebe außerdem einen deutlichen Hinweis darauf, dass die verbesserte ärztliche Versorgung auch mit einer Erhöhung der Überlebensrate einhergeht.

Dauersubstitution ist eine medizinisch anerkannte und rechtlich gedeckte Vorgangsweise.
Ekkehard Madlung-Kratzer (Drogenexperte)

Während die Anzahl der Menschen in Behandlung zugenommen hat, ist im selben Zeitraum die Zahl der substituierenden Ärzte um 30 Prozent zurückgegangen, so die Interessenvertretung der Ärzte. Die abnehmende Zahl und die Altersstruktur signalisiere dringenden Handlungsbedarf, erklären die Autoren des Berichtes. Schließlich liege das Durchschnittsalter im niedergelassenen Bereich bei 58 Jahren, wobei fast die Hälfte über 60 Jahre alt ist und in Innsbruck-Stadt lediglich zehn Prozent der Ärzte, die Drogenersatzbehandlungen durchführen, unter 50 Jahre sind.

Wie wichtig die Versorgungslage bei der Drogenersatztherapie nicht nur für einen möglichen Weg zur Abstinenz ist, unterstreicht Drogenexperte Ekkehard Madlung-Kratzer, einer der Autoren des Substitutionsberichtes: „Eine über Jahre gehende Dauersubstitution zur Stabilisierung des Gesundheitszustandes und der sozialen Situation der Betroffenen ist eine medizinisch anerkannte und rechtlich gedeckte Vorgangsweise.“

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Obwohl es gesundheitspolitisch wesentlich wäre, die Behandlungsquote von derzeit knapp 60 Prozent der an Opiatsucht erkrankten Menschen in Tirol zu steigern, lasse sich dieses Ziel aufgrund der beschränkten Personalressourcen derzeit nicht erreichen, begründen die Autoren ihre dringende Forderung nach Maßnahmen, zusätzliche Ärztinnen und Ärzte für die Opioid-Substitutionsbehandlung zu gewinnen. (TT, np)


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