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Lostag zwischen Schein und Sein: Alle wünschen sich Katar als Gruppengegner

Die Fußball-Welt blickt heute (18 Uhr MEZ/live ORF 1) auf die WM-Auslosung in Katar. Dem ÖFB-Team bleibt nur ein wehmütiger Blick auf eine WM-Endrunde, die weiterhin in einem schiefen Licht erscheint.

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In Katar findet heute die Gruppen-Auslosung für die WM 2022 statt.
© GEPA pictures/ AMA sports

Doha – Die Töpfe wie Glücksengel (u. a. die Weltmeister Lothar Matthäus/GER und Cafú/BRA oder ein afrikanischer Zauberer wie Jay-Jay Okocha/NIG) stehen bereit, um schon spannende Vorrundenduelle auszulosen. Zumal mit Deutschland, den Niederlanden oder Kroatien starke Nationen auch in Topf zwei warten. WSG-Legionär Bror Blume brachte für vermutlich fast alle Nationen auf den Punkt, welches Team er seinen Dänen aus Topf eins wünscht: „Katar!“ Regeltechnisch sind pro Gruppe maximal zwei europäische Vertreter zugelassen, jeder andere Kontinentalverband darf nur ein Nationalteam pro Pool stellen. Die TT blickt mit ein paar Zahlen dem heutigen „Schauspiel“ entgegen.

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34 ist eine Zahl, die erklärt, warum das ÖFB-Team seit 24 Jahren weiterhin auf eine WM-Endrunde warten muss. Denn auf genau jene Position fiel die rot-weiß-rote Auswahl in der aktuellen FIFA-Weltrangliste nach der Play-off-Niederlage in Wales (Platz 18) zurück. Fragen, die es auch abseits der laufenden Teamchef-Debatte rund um den Österreichischen Fußballbund zu klären gilt: Warum ist uns ein 3,3-Millionen-Einwohner-Land wie Wales einen Schritt voraus? Wo sind vergleichbare Nationen stärker? Zeit zum Kopfzerbrechen.

29 von 32 Nationen haben ihr Ticket bereits gelöst. Ein 2:0 gegen El Salvador sorgte für eine „Fiesta Mexicana“, denn Mexiko hat sich zum achten Mal in Serie für die Fußball-WM qualifiziert. Die USA fielen nach einer bedeutungslosen 0:2- Niederlage gegen Costa Rica in der Tabelle des Kontinentalverbands CONCACAF noch auf Rang drei zurück. Costa Rica muss aber ins Play-off gegen Ozeanien-Vertreter Neuseeland. In Europa muss sich Wales im Juni noch gegen den Sieger aus Schottland – Ukraine um ein Ticket matchen. Das dritte Play-off bestreiten die Vereinigten Arabischen Emirate gegen den Sieger aus Peru – Australien.

© APA

3 Ja, ich will. FIFA-Präsident Gianni Infantino gab gestern im Konferenzzentrum in Doha beim FIFA-Kongress bekannt, dass er für eine dritte Amtsperiode kandidieren will. Dabei wandelt der 52-jährige Schweizer, der im Februar 2016 zum Nachfolger von Joseph Blatter gewählt worden war, nicht zuletzt wegen der WM in Katar auf einem schmalen Grat. Viele, die die Hand sprichwörtlich für Katar aufgehalten haben, sind aufgeflogen.

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6500 Arbeiter aus Südostasien sollen seit der WM-Vergabe 2010 unter anderem beim Bau der Stadien bei unwidrig(st)en Bedingungen gestorben sein. „Die WM hat ein Problem, wie soll man ein Fußballfest feiern auf einem Friedhof?“, sagte Kurt Wachter von der Organisation „fairplay“ bei der Vorstellung der Initiative „Unser Spiel für Menschenrechte“. Denn während oben Milliarden fließen, zahlt man darunter Hungerlöhne. Zwischen Schein und Sein.

800.000 Tickets sind für die Winter-WM (21.11.–18.12.) der kurzen Wege – alleine vier Stadien befinden sich in Doha – in der ersten Verkaufsphase abgesetzt worden. Wobei für die Fans noch einige Unklarheiten bestehen. Noch sind beispielsweise keine Hotelbuchungen möglich.

32 Teams werden rund um Titelverteidiger Frankreich um den WM-Titel rittern. Die besten beiden Teams der acht Gruppen qualifizieren sich für das Achtelfinale. Die rot-weiß-roten Hoffnungen, 2026 endlich wieder dabei sein zu können, werden durch die Tatsache genährt, dass das Teilnehmerfeld in Kanada, Mexiko und den USA in vier Jahren auf 48 Nationen aufgestockt wird. Heute bleibt leider nur die bittere Zuschauerrolle. (lex, dpa, APA)


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