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Wörgler Galerie am Polylog: Einen Batzen ins Eck geklatscht

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Tirol-Premiere für den jungen Kitzbüheler Bildhauer Maximilian Bernhard in der Wörgler Galerie im Polylog.
© David Schreyer

Wörgl – Die von Günther Moschig geleitete Galerie im Polylog mausert sich immer mehr zu einem der spannendsten Kunstorte im Land. Was angesichts einer zunehmenden Verarmung an solchen zwar keine allzu große Kunst, aber umso wichtiger ist. Um inzwischen seit zehn Jahren regelmäßig mit spannenden Positionen zu überraschen, historischen genauso wie Newcomern. Ein solcher ist der junge Kitzbüheler Maximilian Bernhard, dem im Polylog derzeit seine erste Personale in der alten Heimat gewidmet ist. Lebt der 32-Jährige doch in Karlsruhe, an deren Akademie der Absolvent der Elbigenalper Schnitzschule und Tischlergeselle bei Harald Klingelhöller Bildhauerei studiert hat.

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Maximilian Bernhards Personale in der Galerie am Polylog ist eine Mischung aus kleiner Retrospektive und ganz neuen, für den Ort konzipierten Arbeiten. Wie der „Batzen für Wörgl“, den der Künstler aus ungebranntem Ton und Quarzsand in eine der galeristischen Ecken geklatscht hat, um während der Laufzeit der Schau langsam vor sich hin trocknen zu können.

Eine prozessuale Arbeitsweise, die typisch für Bernhard ist. Der unübersehbar ein Faible für das Rohe, das Amorphe, das Uneindeutige hat. Ein Ansatz, der Günther Moschig durchaus an die frühen informellen Skulpturen Oswald Oberhubers erinnert. Wobei es Bernhard primär darum geht, das Zwei- mit dem Dreidimensionalen mit den unterschiedlichsten Materialien zu verbinden. Wenn er etwa geheimnisvolle Zeichen, die an architektonische Strukturen genauso wie Hieroglyphen erinnern, in Druckstöcke schnitzt, bevor er sie in seine noch weichen tönernen Formen überträgt.

Das Ergebnis sind Skulpturen unterschiedlicher Größe, die durch ihre rätselhaften Botschaften bzw. in ihrer bruchstückhaften Anmutung bisweilen fast wie Replikate archaischer Kulturen daherkommen. Bernhards hölzerne Druckstöcke sind allerdings schon grafische Kunstkammerstücke an sich genauso wie die rätselhaften Spuren, mit denen er kleine Gipsplatten durchpflügt. (schlo)

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