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Lieferengpässe und Preissprünge: Tiroler Baubranche warnt vor Baustopp

Der durch Russland begonnene Krieg in der Ukraine stellt auch die Baubranche vor enorme Herausforderungen. Vertreter warnen in einer Aussendung, es drohe gar die Einstellung der Bautätigkeit. Um dem entgegenzuwirken, schlägt das Tiroler Baugewerbe Maßnahmen vor.

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Die Baubranche kämpft mit Erschwernissen im Zuge des Ukraine-Krieges.
© Rita Falk / Tiroler Tageszeitung

Innsbruck – Das Baugewerbe sieht angesichts des Krieges in der Ukraine eine Zuspitzung der Situation auf den Rohstoffmärkten hinsichtlich Lieferengpässen und unvorhersehbaren Preissprüngen. Man orte eine "dramatische Entwicklung", der gegengesteuert werden müsse, ließ das Tiroler Baugewerbe in einer Aussendung verlauten. Die Beschaffung von Rohstoffen und Baumaterialien sei dabei bereits mit Fortdauer der Corona-Krise zu einer existenziellen Herausforderung für die heimischen Bauunternehmungen geworden.

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Gemeinsam mit den anderen Bundesländern sei nun eine Resolution verabschiedet worden. Ohne rasche effektive Gegenmaßnahmen drohe auf vielen Baustellen die Einstellung der Bautätigkeit.

Es ist zu befürchten, dass in den nächsten Wochen und Monaten die prekäre Situation weiter eskaliert. Wenn nicht rasch effektive Gegenmaßnahmen ergriffen werden, droht auf vielen Baustellen die Einstellung der Bautätigkeit – mit allen negativen Konsequenzen.
Anton Rieder, Vizepräsident der Tiroler Wirtschaftskammer und Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes

Bereits jetzt mussten einige Bauunternehmungen trotz guter Auftragslage Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des AMS anmelden, bei zahlreichen Mitgliedsbetrieben befinden sich entsprechende Meldungen in Vorbereitung, schlug Anton Rieder, Vizepräsident der Tiroler Wirtschaftskammer und Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes, Alarm.

Die Verantwortlichen forderten von der Politik eine Reihe von Maßnahmen, um den negativen Trend umzukehren:

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Vorgeschlagene Maßnahmen

▶️ Veränderliche Preise bei öffentlichen und privaten Bauaufträgen:

Es sei ein Gebot der Stunde, dass sowohl öffentliche als auch private Auftraggeber ab sofort neue Bauaufträge nur noch zu veränderlichen Preisen ausschreiben und als Basis für die Anpassung der Vergütung einen sachlich zutreffenden Index heranziehen, so die Vertreter der Baubranche in der Aussendung. Was bei öffentlichen Bauaufträgen aufgrund der Preissteigerungen und Lieferengpässe – unter anderem auf Basis von Empfehlungen der unabhängigen Schiedskommission im BMDW – mittlerweile zum Standard geworden sei, müsse auch für den privaten Bereich verbindlich werden. In diesem Zusammenhang sei es insbesondere auch erforderlich, dass die Vorgabe von festen Preisen in diversen Förderungsbestimmungen der öffentlichen Hand (wie z. B. im Bereich der Wohnbauförderung) sofort sistiert werden, damit auch die gemeinnützige Wohnungswirtschaft ihre Aufträge ab sofort ausschließlich zu veränderlichen Preisen vergebe.

▶️ Vertragsanpassungen bei bestehenden Bauverträgen:

Bei zu Festpreisen abgeschlossenen Bauverträgen muss nach Ansicht der Baubranche die durch höhere Gewalt ausgelöste Krisensituation zu einer Vertragsanpassung auf Basis einer indexbasierten Vergütung führen. Ebenso werde es im Falle von Lieferengpässen notwendig sein, die vereinbarten Fertigstellungstermine entsprechend anzupassen. Für eine in der Praxis bereits bewährte Vorgangsweise zur Vertragsanpassung stehe der Leitfaden „Preisveränderungen und Lieferengpässe“ der Österreichischen Bautechnik Vereinigung (ÖBV) zur Verfügung, welcher einvernehmlich von maßgeblichen Vertretern der Auftraggeber- und Auftragnehmer-Seite erstellt wurde.

▶️ Gegenmaßnahmen zum Energiepreisschock:

Als Gegenmaßnahme zu den exorbitant steigenden Energiepreisen sei zudem eine effektive flankierende Entlastungsmaßnahme seitens der Politik unbedingt erforderlich. Neben einer zeitlich begrenzten Refundierung der Mineralölsteuer fordert das Baugewerbe das Aussetzen der geplanten CO2-Bepreisung.

Die Bauwirtschaft habe sich laut Rieder in der Corona-Krise als "eine zentrale Stütze der Volkswirtschaft erwiesen". Nun stünden die Baubetriebe vor einer "existenziellen Bedrohung, welche die Fortführung der Bautätigkeit substanziell gefährdet." Nun gehe es darum, den Betrieben das wirtschaftliche Überleben zu sichern. (TT.com)


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