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Ausgangssperre in Lima: Gewaltsame Proteste gegen steigende Preise

Peru leidet unter den Folgen des Ukraine-Krieges. In der Hauptstadt wurde nun wegen Protesten eine Ausgangssperre verhängt.

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Am Montag kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, als Demonstranten Mautstellen in der Nähe der Stadt Ica in Brand steckten.
© ERNESTO BENAVIDES

Lima – Wegen anhaltender Proteste gegen die im Zuge des Ukraine-Krieges gestiegenen Preise hat Perus Präsident Pedro Castillo in der Hauptstadt Lima für Dienstag eine Ausgangssperre verhängt. Das sei nötig, um die Grundrechte aller Menschen zu schützen, sagte Castillo in einer am Montag kurz vor Mitternacht (Ortszeit) landesweit ausgestrahlten Ansprache.

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Losgetreten worden waren die Proteste gegen die steigenden Treibstoff- und Düngemittelpreise in der vergangenen Woche von Bauern und Lastwagenfahrern, die Hauptverkehrsstraßen nach Lima blockierten. Das führte zu einem plötzlichen Anstieg der Lebensmittelpreise in dem ohnehin von einer hohen Inflation geplagten südamerikanischen Land. Zuletzt wurden die Proteste immer gewaltsamer. Der Regierung zufolge wurden dabei mindestens vier Menschen getötet. Am Montag kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, als Demonstranten Mautstellen in der Nähe der südlichen Stadt Ica in Brand steckten.

In Peru kommt es aktuell zu Protesten wegen der massiven Preissteigerungen.
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Auch Maßnahmen der Regierung gegen den Preisanstieg konnten die Lage bisher nicht beruhigen. Sie hatte am Wochenende angekündigt, auf die meisten Steuern auf Kraftstoff zu verzichten, um die Preise zu senken, und gleichzeitig den Mindestlohn um etwa zehn Prozent anzuheben. Der Linkspolitiker Castillo hatte die Wahl im vergangenen Jahr mit überwältigenden Rückhalt in der Landbevölkerung gewonnen. Die Unterstützung für ihn ließ jedoch schnell nach und liegt landesweit bei nur noch etwa 25 Prozent. In den acht Monaten seiner Amtszeit hat sich Castillo zwei Amtsenthebungsverfahren stellen müssen und eine Rekordzahl an Kabinettsmitgliedern ausgetauscht. (APA/Reuters)


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