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Neuer Zammer Bürgermeister: „Fehlinvestition Venet-Bob muss weg“

Bürgermeister Lentsch plädiert: Aufsichtsrat soll sich für „steuergeldfinanzierten Flop“ entschuldigen.

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Der Venet-Bob soll abgetragen werden, fordert BM Benedikt Lentsch.
© Reichle

Landeck, Zams – Im August 2019 eröffnet, hat der 860 Meter lange und als „Alpenachterbahn“ beworbene Venet-Bob die Umsatz-Erwartungen der Venet Bergbahnen bei Weitem nicht erfüllt. Diese Diagnose stellt der Zammer Bürgermeister Benedikt Lentsch. Er will nicht lange kleckern, sondern klotzen: „Der Venet-Bob muss abgetragen werden. Die Investitionskosten von 1,47 Mio. Euro stehen in keinem Verhältnis zum Umsatz.“

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Die Sommerrodelbahn habe den Bergbahnen zuletzt weniger als 10.000 Euro Jahresumsatz gebracht. Dabei sei der Bob vom damaligen Vorstand als „Rettungspaket“ und „attraktiver Frequenzbringer“ konzipiert worden. „Aber das Projekt hat sich von Anfang an als steuergeldfinanzierter Flop erwiesen. Wir müssen schauen, dass wir uns von unnötigem Ballast auf unserem Hausberg trennen“, erklärte der Bürgermeister am Dienstag. Leider habe es in den vergangenen Jahren viele Fehlinvestitionen gegeben, der Venet-Bob sei nur eine davon. „Von Wartungskosten und Mitarbeiterkosten in den kommenden Jahren reden wir hier noch gar nicht. Jeder weiß, dass bei derartigen Anlagen im alpinen Gelände horrende Kosten anfallen.“

Nicht nur „die Fehlinvestition als solche“ ist für Lentsch ärgerlich. Auch der Umgang mit dem Steuergeld löse bei ihm Ärger aus. „Diese Fehler müssen wir nun ausbaden. Die Bobbahn muss so rasch wie möglich abgebaut werden. Und die damaligen Macher sollten sich beim Steuerzahler entschuldigen.“ Mit den „damaligen Machern“ meint der Bürgermeister den inzwischen ausgeschiedenen Vorstand Werner Millinger sowie die Venet-Aufsichtsräte, welche die Investition abgesegnet hatten. Die Stellungnahme des Aufsichtsratsvorsitzenden, VBM Thomas Hittler aus Landeck, fiel gestern knapp aus: „Es freut mich, wenn der Zammer Bürgermeister das Heft in die Hand nimmt und den Venet sanieren will.“

Lentsch legte nach: „Die Akzeptanz der Bevölkerung für unsere Freizeiteinrichtungen am Venet bekommen wir nur mit Ehrlichkeit zurück. Die Entschuldigung wäre ein erster Schritt.“ (hwe)

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