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Im Gymnasium Sillgasse gemeinsam über den Tellerrand schauen

Im Gymnasium Sillgasse in Innsbruck werden die Schüler von Klienten der Lebenshilfe Tirol verköstigt. Inklusion trifft hier auf Magenwohl.

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Zu Tisch bitte: Am Buffet treten Menschen mit Behinderung und Schüler miteinander in Kontakt.
© Lebenshilfe Tirol

Von Rosa Karbon

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Innsbruck – Es klingelt zur großen Pause. Die Schüler des BG/BRG Sillgasse schlendern aus den Klassen. Wem der Magen knurrt, muss allerdings mitunter Geduld beweisen. „Die Schlange ist meistens sehr lang“, berichtet Luisa Hakl bei einem Pressegespräch vom täglichen Run auf das Schulbuffet. Die 12-Jährige ist sich mit ihren Mitschülern einig: Das Essen schmeckt „volle gut“.

Verantwortlich für den großen Andrang am Pippilotta Schulbuffet sind unter anderem die sieben Mitarbeiter der Lebenshilfe Tirol. Verena Köll ist eine von ihnen. Sie mag es, Brote und Kaffee zuzubereiten, das Kassieren „taugt mir voll“, sagt die junge Frau, die eine fünfjährige Lehre absolviert.

Am Tisch zusammenkommen. Mit diesem Vorsatz startete die Zusammenarbeit der Lebenshilfe Tirol und des Gymnasiums Sillgasse vor drei Jahren. Was damals mit einer kleinen Jausenstation startete, wurde mittlerweile zu einer ganztägigen Cafeteria mit Mittagstisch ausgebaut. „Die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung an einer so zentralen Stelle wie dem Schulbuffet bereichert unseren Schulalltag. Der tägliche Kontakt hilft, Berührungsängste abzubauen und einander wertzuschätzen“, fasst Direktor Harald Pittl zusammen.

Berührungsängste sind bei den Schülern jedenfalls keine zu merken. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein. „Unsere Schule ist wie ein riesiges Puzzle. Die Lebenshilfe war das fehlende Teil, um dieses komplett zu machen“, sagt Schülerin Luisa Hakl treffend. Der Kontakt mit den dort arbeitenden Personen „wird von uns Schülern sehr geschätzt“, fügt Zoe Gabbe von der Schülervertretung hinzu. Teil des Alltags sein, das ist, was die Lebenshilfe Tirol anstrebt – und hier verwirklicht.

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Im Gymnasium Sillgasse ist das Thema Inklusion mit einer gut funktionierenden Cafeteria jedoch noch nicht gegessen. Denn die Klienten der Lebenshilfe nehmen in den ersten Klassen mit der Unterstützung von Teamleiterin Nadja Geisler aktiv am Unterricht teil. Als Experten gestalten sie regelmäßig einen Vormittag zu den Themen gesunde Ernährung, Regionalität und Nachhaltigkeit.

Das Pipilotta Schulbuffet im Gymnasium Sillgasse und die Workshops sind eines von mehreren Projekten der Lebenshilfe Tirol. An diesen Orten der Begegnung „sind wir mittendrin und nicht nur knapp dabei“, sagt Georg Willet, Geschäftsführer der Lebenshilfe Tirol.

Die Lebenshilfe verstehe sich als nachhaltige Organisation, die sich immer mehr als Menschenrechtsorganisation in der Gesellschaft verankern wolle. „Gerade wir müssen erfüllen, was wir uns von der Gesellschaft wünschen“, betont Willet. Deshalb habe sich die Lebenshilfe Tirol einer Gemeinwohlbilanz unterzogen. Sie gibt Einblick, wie weit die Organisation gemeinwohlorientierte Werte, wie Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit in die Organisationskultur integriert und tatsächlich lebt.

„Gerade das ist letztendlich unser Auftrag als Wegbegleiter von Menschen mit Behinderungen. In diese Richtung wollen wir uns weiterentwickeln.“ Gut aufgestellt sei die Lebenshilfe Tirol im sozialen Bereich, in ökologischen Themen und im Beschaffungswesen gebe es noch Potenzial.

Das Ziel: sich weiterentwickeln und gemeinsam über den Tellerrand schauen – so wie in der Schulcafeteria.


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