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Abtauchen zwischen Ramsch und Raritäten in Ebbs

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Bei Wolfgang Seethaler aus Terfens findet man alte Bauerngerätschaften und erfährt so manch historischen Fakt.
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Von Jasmine Hrdina

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Ebbs – Es wuselte gestern in der Veranstaltungshalle der Blumenwelt Hödnerhof in Ebbs, trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt. Endlich dürfen sich beim beliebten Flohmarkt (jeden zweiten Samstag, 10 bis 16 Uhr) wieder Sammler und Jäger durch Ramsch und Raritäten der 100 „Standler“ wühlen.

Ein Mädchen schlingt verliebt seine Arme um einen Riesen-Stofftiger, ein Senior mustert eine ulkige Porzellanfigur – sie scheint viel wert zu sein, er legt dafür 12,50 Euro hin. Ein Sprössling testet Spielzeugautos, während der Vater eine Schallplattensammlung durchblättert. Herbert Grönemeyer lacht vom Cover – er darf mit. „Früher war es eine eingeschworene Gesellschaft, heute kommen alle möglichen Leute aus allen Gesellschaftsschichten zum Flohmarkt. Durch die Klimakrise hat das eine andere Wertigkeit erfahren“, meint Betriebschefin Barbara Hörhager-Mader. „Es ist jetzt hip, wenn man etwas Gebrauchtes kauft.“ Mit Unterstützung ihres Mannes führt die dreifache Mutter die Gärtnerei in zweiter Generation. „Viele Verkäufer machen das nicht wegen des Geldes, sondern als Hobby.“

Einen 150 Jahre alten osmanischen Schuhputzkasten bieten die Salzburger Trödler Erich Meichle und Manuela Rubin feil.
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Preise verhandeln, fachsimpeln, plaudern. „Nette Leute treffen“ motiviert die erfahrenen Standler Christine und Josef Talber aus Kiefersfelden. „Läuft es gut, sind 200 bis 400 Euro für die Urlaubskasse drin.“ Bei einer Standmiete von 30 Euro lohne sich das. Alte Bügeleisen sind gefragt, um Kohlen in den Raunächten hineinzugeben, merkt Wolfgang Seethaler aus Terfens zu seinen alten Bauern-Geräten an. Ein Schlägel mit eiserner Scheibe und Buchstaben-Relief am Rand gibt einen Tisch weiter Rätsel auf. „Das haben Holzarbeiter verwendet, um Bäume zu markieren“, weiß ein Tiroler – kollektives „Aaaah“. Erich Meichle aus Salzburg will 250 Euro für sein 100 Jahre altes Grammophon. „Einen Nachbau bekommst du für 80 Euro, aber das hört man dann am Klang.“

Seit etwa 20 Jahren gibt es den Flohmarkt, er belebt freilich das Gärtnerei-Geschäft. Für Hörhager-Mader hat er aber Mehrwert: „Es ist wie ein Volksfest. Themen wie Corona oder Krieg sind dann nicht präsent.“


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