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Polizei hob Kokainring in Wintersportorten im Tiroler Oberland aus

Vor allem in den Oberländer Tourismusorten wurde kiloweise Kokain verkauft. Jetzt nahm die Polizei elf Verdächtige fest.

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Bis dato wurden etwa 30 Abnehmer des Drogenrings identifiziert und vernommen. (Symbolfoto)
© HELMUT FOHRINGER

Von Thomas Hörmann

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Sölden, Ischgl, Imst – Dass in den Oberländer Après-Ski-Hochburgen nicht nur „Berliner Luft“ (Likörgetränk; Anm.) geatmet wird, ist ein offenes Geheimnis. Jetzt gelang es der Polizei, elf mutmaßliche Dealer auszuforschen, die die Nasen der Urlauber und Tourismus-Angestellten auch mit illegalen Substanzen versorgten. In zwei Jahren sollen die Verdächtigen hauptsächlich im Ötztal und in Imst mehrere Kilo Kokain in Umlauf gebracht haben. Die vornehmlich einheimischen Beschuldigten hatten aber auch Dopingmittel und gefälschte Impfzertifikate im Angebot.

Es war im vergangenen Sommer, als sich bei der Polizei Hinweise aus der Bevölkerung über dubiose Geschäfte in den Oberländer Tourismus-Zentren häuften. Die Beamten erfuhren auf diese Weise, dass mehrere Personen größere Kokainmengen in Umlauf bringen würden. Der Auftakt für Ermittlungen des Landeskriminalamtes, an denen auch die Polizeiinspektionen Ischgl, Sölden und Imst beteiligt waren.

Elf Männer festgenommen, 30 Abnehmer ausgeforscht

Schon im Winter war klar, wer für die Drogengeschäfte verantwortlich ist. Im Februar schlugen die Beamten zu und nahmen elf Männer (neun Tiroler, ein Türke, ein Serbe) fest. Bei den Hausdurchsuchungen stellten die Polizisten ein halbes Kilo Kokain im Wert von 50.000 Euro, verbotene Waffen wie Totschläger, größere Mengen Dopingmittel und gefälschte Impfzertifikate sicher.

Weiters wurden auch 30 Abnehmer ausgeforscht. „Das Kokain wurde beispielsweise an Hotel-Angestellte verkauft, die damit auch Touristen versorgten“, erzählt Katja Tersch, Leiterin des Landeskriminalamtes: „Die Suchtmittel wurden teils in Innsbruck, teils in Holland gekauft.“

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Die zwei Hauptbeschuldigten (37 und 35 Jahre) zeigten sich größtenteils geständig. Sechs der elf Verdächtigen wurden in die Innsbrucker Justizanstalt eingeliefert, vier sitzen dort nach wie vor in Untersuchungshaft.


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