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Ukraine, Inflation und Zukunftssorgen: Konsumklima kühlt wieder ab

Geld wird laut Spectra-Wirtschaftsbarometer nicht mehr so schnell ausgegeben. Der Krieg in der Ukraine und die hohe Inflationsrate lassen die Menschen mit Sorge in die Zukunft blicken.

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Noch sind die gestiegenen Heizkosten nicht bei den Menschen angekommen. Diese werden erst abgerechnet.
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Von Verena Langegger

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Linz, Innsbruck – Bereits seit 30 Jahren erhebt die Linzer Spectra Marktforschung mit dem Wirtschaftsbarometer Daten zum aktuellen Konjunktur- und Konsumklima in Österreich. So reagiert das Konsumklima bereits auf finanzpolitische und geopolitische Ereignisse, das Konsumklima hat sich heuer bereits wieder abgekühlt. Das geht aus der Repräsentativumfrage (über 2000 Befragte) für die Oberösterreichischen Nachrichten, die TT und die anderen Bundesländer-Tageszeitungen hervor.

„Der Konsummotor läuft, verglichen mit den vorherigen Quartalen, nicht mehr ganz rund“, sagt Spectra-Chef Peter Bruckmüller: „Trotz steigender Inflationsraten und Ausbruch des Kriegs in der Ukraine gibt es aber keine Veränderungen zwischen den Monaten Jänner und März.“

Das private Konsumklima habe sich laut Umfrage im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 4. Quartal 2021 wieder abgekühlt. Einerseits sei die Neigung, das Geld zurückzuhalten („Gehe sparsamer mit dem Geld um“) von 34 Prozent auf 38 Prozent gestiegen. Im Gegenzug sei aber auch der Anteil der Menschen, die weiterhin ausgabebereit sind, von 27 Prozent auf 22 Prozent gesunken. Interessant sei laut Spectra ein Blick auf die getrennten Werte von Jänner und März. Beide Monate zeigen das gleiche Konsumklima, also trotz weiter steigender Inflationsrate und trotz des Kriegsgeschehens in der Ukraine keine Veränderung von Jänner auf März. „Beim Konsum reagieren die Menschen zeitverzögert und oft langsamer, als man glauben würde“, sagt Bruckbauer: „Wenn man schaut, wo wir beim Konsumklima früher waren, gibt es auch noch Luft nach unten.“ Ein Grund sei, dass die Menschen die teurere Energie noch nicht unmittelbar zu spüren bekommen, da viele Abrechnungen nicht monatlich, sondern einmal im Jahr erfolgen. Die teureren Spritkosten kämen bei den Menschen an, allerdings seien sowohl Geld als auch die Bereitschaft, es auszugeben, bei vielen Menschen noch da.

Laut Umfrage habe sich der Anteil der Wirtschaftsoptimisten wieder deutlich reduziert (von 27 Prozent auf 21 Prozent). Die Pessimisten sind im Gegenzug von 28 Prozent auf 41 Prozent gestiegen. Hier mache laut Spectra ein Blick auf die Werte von Jänner im Vergleich zu März klar ersichtlich, dass der Pessimismus erst mit dem Kriegsgeschehen Platz greifen konnte. Im März standen 54 Prozent Pessimisten lediglich 13 Prozent Optimisten gegenüber. Im Jänner sei die Bilanz Pessimisten zu Optimisten noch ausgeglichen gewesen.

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Somit habe sich – so die Umfrage – die Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sprungartig verschlechtert. Die Sorge der Menschen äußere sich laut Spectra auch in der deutlich gesunkenen Zuversicht, mit der diese auf die nächsten 12 Monate vorausblicken. (ver)


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