Entgeltliche Einschaltung
Plus

Online-Ankauf von Verdienstkreuz durch das Land Tirol sorgt für Wirbel

  • Artikel
  • Diskussion
375 Euro kostete das online angebotene Ehrenzeichen.
© Archivfoto: Böhm

Innsbruck – Das ging schnell. Wenige Stunden, nachdem das Land Tirol über ein online feilgebotenes Verdienstkreuz informiert wurde, hat es zugeschlagen. Für 375 Euro wechselte das Stück in den Besitz der öffentlichen Hand, welche es vor einiger Zeit selbst verlieh. Derlei Ankäufe werden immer wieder getätigt. Um den Wert der Auszeichnung zu schützen, wie es heißt.

Entgeltliche Einschaltung

Ins Rollen gebracht hatte die Sache der Südtiroler Heimatbund. Via E-Mail wies dessen Obmann Roland Lang die Landeshauptleute von Tirol und Südtirol auf das Verkaufsangebot in einem Online-Portal hin. Er habe „um die notwendigen Schritte“ ersucht, „damit dieser hohe Orden des Landes Tirol nicht in falsche Hände gerät und seiner Würde und Ehre beraubt wird“, erklärt Lang in einer Presse-Mitteilung.

Vom Büro des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter wurde der Hinweis umgehend an die dafür zuständige Abteilung für Repräsentationswesen weitergeleitet. Laut deren Leiter Thomas Saurer sei die Offerte rasch geprüft und der Anbieter über die Gesetzeslage informiert worden. Das Land Tirol entschied sich für einen Ankauf. „Um unsere Landesauszeichnungen vor Verkäufen und möglichem Missbrauch zu schützen“ und „aufgrund dessen, dass die gebotenen Kosten unter dem Anschaffungswert eines neuen Verdienstkreuzes liegen und somit diese Materialien durch den für die Fertigung beauftragten Goldschmied wiederverwertet werden können“, sagt Saurer.

Ein- bis zweimal pro Jahr wird die Abteilung Repräsentationswesen auf solche Angebote hingewiesen. „Ein möglicher Ankauf wird dann individuell geprüft, eine generelle Handhabung dafür gibt es nicht“, erklärt er. „Im verantwortungsbewussten Umgang mit derartigen Angeboten erfolgt stets eine ausführliche Prüfung des Anbieters, von Herkunft, Beschaffenheit und Zustand des Insigne.“

Die Ausgezeichneten selbst dürfen Verdienstkreuze und Co. übrigens nicht feilbieten, Erben aber sehr wohl. Ihnen empfiehlt Saurer allerdings, dies nicht zu tun. „Schließlich würde mit der Veräußerung auch ein Stück Erinnerung an den Geehrten verkauft.“ Im Mittelpunkt soll der ideelle und nie der materielle Wert stehen. (bfk)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung