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TT-Analyse zu Hütern der Wälder: Alte Hasen für neue Herausforderungen

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Benedikt Mair

Analyse

Von Benedikt Mair

In den Wäldern geht es wild zu. Mitunter wilder, weshalb in den vergangenen Jahren die Konflikte merklich zugenommen haben – zwischen Grundbesitzern und Freizeitsportlern, Tieren und Erholungssuchenden, Mountainbikern und Spaziergängern. Auch der Klimawandel setzt unsere Ökosysteme unter Druck. Und dann streifen seit Neuestem ja noch Wolf, Bär und Co. im Dickicht umher. Jene, die das alles organisieren und regeln, sind haufenweise mit Herausforderungen konfrontiert. Dass das ebenfalls die Jäger betrifft, ist ein alter Hut. Neue Hüter wären angebracht.

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Futterstellen betreuen, Bestände überwachen, notfalls kranke Gämsen oder Rehe entnehmen. Gute Hege braucht Zeit. Viel Zeit, von der viele immer seltener ausreichend haben. Neben der aufreibenden Arbeit, als Ausgleich zum Alltag, erlebt die Jagd enormen Zulauf. Die Frage, ob Hobby-Waidmänner und -frauen den an sie gestellten Aufgaben vollends gewachsen sind und diese durchgehend zufriedenstellend lösen können, muss gestellt werden. Was nicht heißt, dass es bei uns nur Wald-und-Wiesen-Schützen gibt. Profis finden sich, trotz solider Grundausbildung, nur wenige.

Knapp 110 Berufsjäger sind in Tirol beschäftigt. Vor 40 Jahren waren es 340. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielseitig, ihn hinzunehmen ist fahrlässig. Denn gerade eine solche Funktion und entsprechende Arbeitsplätze könnten in der aktuellen Lage helfen. Wieso sollte sich eine Gesellschaft das nicht etwas kosten lassen? Andernorts wird das bereits praktiziert. In der Schweiz wachen so genannte Wildhüter über Rudel und Vögel, betreuen Schutzgebiete, kümmern sich um Unfälle und Schäden, beraten Interessierte. Angestellt sind sie bei den jeweiligen Kantonen.

Die öffentlichen Hand hierzulande täte gut daran, sich dieses Konzept anzueignen. Indem beispielsweise die Hegemeister, welche ähnliche Agenden betreuen, professionalisiert und vom Land bezahlt werden. Es wäre eine zukunftsweisende Investition, die haufenweise Spannungen entschärfen und die Wildnis wieder etwas mehr zur Ruhe kommen lassen könnte.


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