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Grenzenlose Zusammenarbeit für die Freunde von „Nasha Katha“

Hilfe für „Unser Haus“: Wie Emmaus Innsbruck versucht, die Partnerorganisation in der Ukraine, die mit viel Mühe und Engagement aufgebaut wurde, über den Krieg zu retten.

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Die drei Emmaus-Mitarbeiter brechen in Innsbruck Richtung Ukraine auf.
© Emmaus Innsbruck

Von Michaela S. Paulmichl

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Innsbruck, Drohobytsch – Seit mehr als sieben Wochen kämpfen die Ukrainer nun um ihr Land, ihr Leben und für ihre Zukunft. Mit wachsendem Entsetzen verfolgen viele das Schicksal der Menschen dort. Die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter des Vereins Emmaus in Innsbruck gilt dabei speziell einer kleinen Sozialeinrichtung in Drohobytsch südlich von Lwiw, Lemberg. Auch in dieser Region gab es Raketeneinschläge. Die Stadt ganz im Westen des Landes liegt aktuell abseits der großen Kriegsschauplätze, doch auch hier geht es – wenn auch derzeit nicht ums nackte Überleben – um die Existenz.

„Nasha Khata“ – „Unser Haus“ – ist die ukrainische Partnerorganisation von Emmaus, schon vor Jahren haben die Tiroler begonnen, beim Aufbau der Struktur, die rund 50 ehemals Obdachlose mit Suchtvergangenheit betreut, mitzuhelfen. Das ist ungleich schwerer als in Österreich, wo Einrichtungen wie diese auf die Unterstützung der öffentlichen Hand hoffen dürfen. Einmal im Jahr macht sich eine kleine Gruppe aus Innsbruck auf den Weg nach Drohobytsch, um vor Ort bei Bau- oder Renovierungsarbeiten zu helfen. Und jedes Monat verzichten die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Lohns, um damit eine Verwaltungskraft zu bezahlen.

Doch nun scheint alles gefährdet, denn bisher war die Existenz der Einrichtung und der Menschen, die dort betreut werden, durch den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte und durch Einnahmen in Altkleidershops und einer Möbelwerkstätte gesichert. Jetzt gibt es dafür keine Abnehmer mehr. Nach dem Winter fehlen außerdem wichtige Grundnahrungsmittel. Der Geschäftsführer wurde zum Kriegsdienst einberufen, geblieben sind nur Ältere und Frauen. In den Räumen sind vorübergehend Kriegsflüchtlinge aus anderen Teilen der Ukraine untergebracht.

Beim Aufbau der Strukturen der Partnerorganisation legten sie selbst Hand an.
© Emmaus Innsbruck

„Seit Kriegsbeginn werden wir regelmäßig über die Situation informiert“, berichtet Benedikt Zecha, Leiter der Emmausgemeinschaft in Innsbruck. Nach einem ersten Hilferuf aus Drohobytsch – dabei ging es um dringend benötigte Lebensmittel, die Supermärkte waren leergekauft – starteten drei Mitarbeiter mit dem Innsbrucker Emmaus-Lieferwagen, beladen mit einer Tonne Hilfsgüter, Richtung Polen. Bei der Emmausgemeinschaft in Rzeszow wurden sie abgeladen und von dort über die Grenze und zu den Freunden von „Nasha Khata“ gebracht – ein gelungenes Beispiel europäischer Emmaus-Zusammenarbeit, wie Zecha meint. Auch Emmaus Frankreich ist an der Aktion beteiligt.

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Nun geht es darum, das Überleben von „Unser Haus“ zu sichern und dabei um die Deckung von Löhnen, Mieten und Betriebskosten. Zecha: „Wir versuchen, die Situation zu überbrücken, schon vergleichsweise wenig Geld kann dabei helfen, diese Organisation, die mit so viel Engagement mühsam in 15 Jahren aufgebaut wurde, über Wasser zu halten.“ Dann könnte sie auch zum Symbol werden für Hoffnung und – möglichst bald – auch Frieden. Spenden sind möglich unter: Emmaus „Brücken bauen“, AT89 3600 0000 0074 2841.


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