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Nach Drama am Pragser Wildsee: Warnung vor Betreten von Eisflächen

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Am Pragser Wildsee in Südtirol brachen am Osterwochenende 14 Menschen im Eis ein.
© FF Bezirk Oberpustertal

Innsbruck, Prags – Einsatzreiche Tage liegen hinter den Rettungskräften am Pragser Wildsee in Südtirol. Hunderte Menschen betraten am Wochenende die dünne Eisschicht, insgesamt 14 brachen darin ein und mussten, wie berichtet, gerettet werden. Es grenzt an ein Wunder, dass keiner der Betroffenen starb. Auch ein Baby, das in die Innsbrucker Klinik gebracht werden musste, schwebt inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr. Das vier Monate alte Kleinkind aus Italien wurde inzwischen auf die Normalstation verlegt.

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Nicht nur, aber besonders im Frühjahr können scheinbar zugefrorene Wasserflächen zu tödlichen Fallen werden. Auch in Tirol. „Bei uns gilt das derzeit besonders für höher gelegene Berg- und Speicherseen“, sagt Konrad Kirchebner von der Landesstelle der Österreichischen Wasserrettung. „Um eine Eisdecke sicher betreten zu können, muss sie mindestens 15 Zentimeter dick sein.“

Selbst im tiefsten Winter sei Vorsicht geboten, seien Weiher und Teiche nur dann zu betreten, wenn die Besitzer dies auch explizit erlauben. Derzeit ist laut Kirchebner aber wohl kein zugefrorenes Gewässer im Land mehr sicher. „Die Menschen sollten es aktuell tunlichst unterlassen, einen See zu betreten. Der Hausverstand sollte bei so etwas ja generell Nein sagen, aber heutzutage zählt der nicht mehr“, meint der Wasserretter. Er habe schon Situationen erlebt, in denen Menschen auf nur halb oder teilweise gefrorene Flächen gegangen seien.

Der Winter sei diesbezüglich in Tirol aber glimpflich verlaufen – bis auf einen Eisläufer, der im Dezember im Walchsee einbrach, sind Kirchebner keine Vorfälle bekannt. „Wenn es trotz aller Warnungen zu einem Zwischenfall kommt, ist für den Eingebrochenen zuallererst wichtig, um Hilfe zu rufen und auf sich aufmerksam zu machen“, erklärt er. „Er sollte die Hände rausstrecken und sich an der Wasseroberfläche halten, im besten Fall versuchen, irgendwie rauszukommen und auf dem Eis zum Ufer zu robben.“ Bei einer Bergung muss laut Kirchebner dann alles schnell gehen. „Denn lang überlebt ein Mensch im eisigen Wasser nicht.“ (bfk)


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