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„Der Tuxer Schäfer“: Waisenkind wie Vieh am Markt verkauft

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Tux – Steinach am Brenner im Jahr 1922: Am Matthäus-Markt wird ein zwölfjähriges Kind von einem Schmirner Bauern wie ein Stück Vieh gehandelt. Der Bub aus Innsbruck mit dem starken Koatlackler-Dialekt ist Vollwaise (seine Mutter starb nach der Geburt der jüngsten Schwester, der Vater wenige Jahre später an Diphtherie) und aus einem Heim in Neustift abgehauen. Gekauft und später adoptiert wird der kleine Hermann Profer von der ledigen und kinderlosen Maria aus Tux, das bis 1926 zu Schmirn gehörte.

Diesen Handel dürfte der damals 15-jährige Hermann Holzmann mitverfolgt haben. Ein Erlebnis, das er nie vergaß. In den 1960er-Jahren reiste er schließlich nach Tux zur Recherche, wo ihm der Kösslerbauer Simon Mader vieles zeigte und erzählte. Entstanden ist daraus ein Roman: „Der Tuxer Schäfer“.

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Hotelier und Hohenhaus-Tennen-Chef Hermann Egger ist der Enkel von Hermann Profer, dessen Schicksal sich als „Hohenhaus Hermann“ zum Guten wendete. „Ich weiß noch, wie meine Mutter sich einst aufregte, weil der Opa kartonweise diese Bücher kaufte und sie wusste nicht, warum“, erzählt er. Durch den Hobby-Historiker Hansjörg Fankhauser sei man schließlich darauf gekommen, dass der Roman vom Schicksal des Großvaters erzählt. „In dem Buch wurden Namen ausgetauscht und die verschiedenen Generationen vermischt“, sagt Hermann Egger.

Die dritte Auflage von „Der Tuxer Schäfer“ ist jetzt im Rosenheimer Verlagshaus erschienen und wird von dessen Inhaber Klaus G. Förg persönlich am Montag, 25. April, um 19 Uhr im Tux Center präsentiert. Förg erhielt 2020 das Bundesverdienstkreuz. (ad)


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