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ÖRV-Neuzugang Georg Hackl: „Reden irgendwo die gleiche Sprache“

Der Ur-Bayer Georg „Schorsch“ Hackl ist seit gestern offiziell „Österreicher“ und Teil des neuformierten ÖRV-Trainerteams. Von Kampfansagen distanziert sich der prominente Neuzugang ganz bewusst.

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Einst Rivalen, jetzt gemeinsam für den ÖRV tätig: Georg Hackl (l.) und Präsident Markus Prock.
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Von Günter Almberger

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Innsbruck - Wenn der Österreichische Rodelverband (ÖRV) zu einer Pressekonferenz einlädt, hat das in der Regel etwas Familiäres. Athleten, Trainer und eine Handvoll Journalisten. Nicht so gestern. Zahlreiche Kamera-­Teams, ungewohnt viele Kollegen der schreibenden Zunft und einige Funktionäre ließen sich den Termin nicht entgehen. Der Grund für das überdurchschnittliche Interesse hatte einen Namen: Geor­g „Schorsch“ Hackl.

Was Anfang der Woche durchgesickert war, wurde gestern offiziell: Hackl wechselt vom deutschen ins österreichische Trainer-Team. Ein Transfer, den man sich in der Vergangenheit nicht vorstellen konnte, ist plötzlich real. Diesen Coup fädelte ÖRV-Präsident Markus Prock ein, der sich während seiner sportlichen Laufbahn unerbittliche Duelle mit Hackl lieferte. „Joa Prockei, moanst scho, miar zwoa?“, spielte der Bayer bei den ersten „Anbandlversuchen“ auf die einstige Rivalität der beiden Rodel-Asse an. Doch der 55-Jährige wurde immer wieder von Mitgliedern des österreichischen Betreuer-Teams „bearbeitet“. „Wir haben schon vor acht Jahren die ersten Gespräche über einen Wechsel geführt, vor zwei Jahren haben wir sie dann bei der WM in Sotschi intensiviert, konkret wurde es dann im März. Ich bin froh und stolz, dass der Schorsch jetzt unserem Team angehört“, betont Prock.

📽️ Video | Präsentation von Georg Hackl als ÖRV-Trainer

Einen nicht unbedeutsamen Anteil am Wechsel des deutschen Technik-Gurus hatten die ÖRV-Materialbeauftragten Peter Penz und der inzwischen zurückgetretene Tobias Schiegl. „Die beiden haben mir es immer wieder schmackhaft gemacht“, schmunzelt der dreifache Olympiasieger, um seinen neuen Kollegen gleich ein paar Rosen zu streuen: „Mir taugt die österreichische Mentalität, wir reden irgendwo die gleiche Sprache. Ich kenne die Trainer und weiß, dass es zwischenmenschlich gut passt.“

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Dass das Angebot der Österreicher auch finanziell kein schlechtes war, streitet die Rodel-Legende nicht ab: „Du wechselst natürlich nicht, dass du dann weniger verdienst. Aber ich will hier Berichte dementierten, dass ich mit der Bezahlung in Deutschland nicht zufrieden war.“ Abgesehen davon habe er in Deutschland alles erreicht, war es zu erreichen gibt. „Es war nicht mehr zu toppen. Nach den Olympischen Spielen in Peking war die Zeit reif für eine neue Herausforderung. Außerdem lassen die Österreicher Schlittenteile bei Hightechfirmen produzieren. So muss ich im Sommer nicht mehr jeden Tag in der Werkstatt stehen und habe so meine Freiräum­e“, gibt der „Schorsch“ offen zu.

Dass Prock mit dem ÖRV-Team Branchenprimus Deutschland als Rodel-Nation Nummer eins in den kommenden Jahren ablösen will, entlockt Hackl aber keine Kampfansage in Richtung seines ehemaligen Arbeitgebers: „Davon habe ich noch nie viel gehalten. Man muss eine konzentrierte Arbeit machen, dann sind die Ergebnisse Kampfansage genug.“


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