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Es darf getanzt werden bei den neuen Schwazer „Klangspuren“

Das Festival für zeitgenössische Musik in Schwaz und Innsbruck will unter komplett neuer Führung jünger, bunter, unterhaltsamer werden.

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Neue Köpfe, neue Ausrichtung der Schwazer „Klangspuren“. Obmann Thomas Larcher, Geschäftsführerin Maria Salchner, künstlerischer Leiter Christof Dienz, Aaron Holloway-Nahum, Chef des „Riot Ensemble“ (v. l.).
© Thomas Böhm

Von Markus Schramek

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Schwaz – Bisweilen erweckten die Schwazer „Klangspuren“ den Eindruck, es handle sich hierbei um das jährliche Klassentreffen von Freunden Neuer Musik: viele bekannte Gesichter auf und vor der Bühne. Mit Start der 29. Ausgabe des Festivals am 8. September soll die Tür weit aufgestoßen werden für neue, notabene jüngere, BesucherInnen. Bei der gestrigen Programmpräsentation in Schwaz wuselte hochmotiviertes Mitarbeitervolk aufgeregt durch die historischen Gänge des Mathoi-Hauses in der Altstadt.

Die erst vor wenigen Wochen neu ins Amt gewählte Bürgermeisterin Victoria Weber kam in ihrem Begrüßungsstatement ohne lange Umschweife zum (auch finanziellen) Kern der Sache. Die „Klangspuren“ seien für die Stadt Schwaz und „weit darüber hinaus“ wichtig und wesentlich. Eine Diskussion darüber, was künstlerisch „eine Existenzberechtigung hat und was nicht“, wolle sie erst gar nicht aufkommen lassen: „Alles hat eine Existenzberechtigung.“ Weber erhofft sich „einen bunten Kultursommer und kreative Ideen“.

In den Ohren von Christof Dienz, bekannt als Komponist, Fagottist und Gründer der kultigen Knoedel-Formation, muss Webers politisches Credo reinster Wohlklang gewesen sein. Dienz verantwortet für die kommenden drei Jahre die „Klangspuren“ künstlerisch. An sich im Doppel mit der Italienerin Clara Iannotta, die sich allerdings gestern aus privaten Gründen entschuldigen ließ.

So oblag es Dienz, der großen Wert auf „Geschlechtergleichberechtigung“ legt, solo als Mann, die neue Ausrichtung der „Klangspuren“ der Presse zu vermitteln. Gesamt 18 Veranstaltungen stehen in Schwaz, Innsbruck und Rotholz auf dem Programm, fast durchwegs Uraufführungen oder Werke, die in Österreich erstmals zu erleben sind.

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Dienz will das als kopflastig geltende Genre „Neue Musik“ von dessen „Bier-Ernst“ befreien, das von Iannotta und ihm kuratierte Programm soll und darf Spaß machen, lustig sein und locker, künstlerisch freilich anspruchsvoll bleiben. Beim Auftritt von 5K HD (16.9., Treibhaus) soll sogar (Tabubruch?) zu Neuer Musik getanzt werden.

Klangspuren 2022

Die „Klangspuren 2022“ finden von 8. bis 25. September in Schwaz und Innsbruck statt.

Programm: www.klangspuren.at

Bei mehreren Konzerten wird die Musik visuell verstärkt, wie zum Auftakt, wenn das Ensemble Windkraft in Schwaz (SZentrum) das Stück „Reich/Richter“ interpretiert: Steve Reichs „minimal music“, die einen Film über Malerstar Gerhard Richter begleitet. Dienz lässt Genres überschreiten und ist Stand jetzt oft selbst nur Botschafter, befinden sich doch manche Werke erst im Entstehen.

Für regionale Anbindung sorgt das Projekt „kons- Tellation plus“ unter Ivana Pristašovà: Junge heimische MusikerInnen erhalten hier die Chance, sich auf hohem Niveau weiterzubilden.

International ausgerichtet ist das „Composers’ Lab“. Sieben KomponistInnen wurden aus 150 Bewerbungen ausgewählt. Unter der Ägide von Johannes Maria Staud werden Stücke am 19.9. zur Aufführung gebracht, gespielt vom Londoner Riot Ensemble, das in Schwaz Quartier bezieht.


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