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Mehr Wirtschaftsbildung in Österreichs Schulen gefordert

Immer mehr junge Menschen sind verschuldet und fühlen sich laut Umfrage in finanziellen Fragen nicht auf das Leben vorbereitet.

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Wie viel Geld kann ich im Monat ausgeben? Das Erstellen eines Finanzplans kann helfen.
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Von Verena Langegger

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Innsbruck – Der „YEP Jugendbericht“ 2022 hat es in sich: Es fehle an Wirtschaftsbildung an Österreichs Schulen. Und damit vermissten viele Schülerinnen und Schüler die Vorbereitung auf finanzielle Herausforderungen. „In Anbetracht der Tatsache, dass jeder bzw. jede vierte Verschuldete mittlerweile unter 30 Jahre alt ist, ist es umso wichtiger, die realitätsnahen Aspekte der Wirtschafts- und Finanzbildung frühzeitig in der Schule gemeinsam zu erarbeiten“, sagt Matthias Reisinger, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung für Wirtschaftsbildung.

Aus der Umfrage unter mehr als 1100 Schülerinnen und Schülern geht auch klar hervor, dass die Vorbereitung auf die Zukunft und mehr Sicherheit in den Bereichen Gesundheit, Finanzielles und Soziales für die meisten jungen Menschen ganz oben auf der Wunschliste steht. Umso besorgniserregender, so die Stiftung für Wirtschaftsbildung, die den Bericht herausgeben ließ, sei die Tatsache, dass sich mehr als 50 Prozent aller Jugendlichen nicht auf diese sichere Zukunft vorbereitet fühlen.

Auch die Gründe dafür liefert der Bericht: Besonders vermisst werden von jungen Menschen fehlende „Life Skills“, also praktische Fähigkeiten „die man zum Leben nach der Schule braucht“. Etwa unsichere Berufsvorstellung, fehlende Finanzbildung, aber auch gesamtgesellschaftliche Unsicherheit, die sich durch die Krisen (etwa Klima- und Corona-Krise) der vergangenen Jahre dramatisch verstärkt hat. Das Interesse an dem Thema „Wirtschaft“ sei bei den befragten Jugendlichen mit 38 Prozent zwar gegeben, aber auf Grund der komplexen und unnahbaren Begrifflichkeit fern ihrer Lebensrealität gering. „Nicht außer Acht lassen darf man zudem den Gender Gap“, sagt Reisinger: „Während 44 Prozent der männlichen Befragten angegeben haben, sich für wirtschaftliche Themen zu interessieren, trifft dies nur auf 33 Prozent der weiblichen Jugendlichen zu.“

Die Stiftung für Wirtschaftsbildung will nun Inhalte so gestalten, dass sie auch für weibliche Jugendliche ansprechend sind. Damit will die Stiftung einen Beitrag leisten und mehr Mädchen und junge Frauen für wirtschaftliche Themen interessieren. „Österreich kann nur davon profitieren, wenn mehr Frauen wirtschaftlich mitgestalten – vom eigenen Haushaltsbudget bis ins Vorstandszimmer“, sagt Reisinger.

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Nicht nur bei Schülern, in Österreich wurde grundsätzlich Aufholbedarf im Wirtschaftsbereich festgestellt. Ende September 2021 wurde daher die nationale Finanzbildungsstrategie im Ministerrat verabschiedet, inklusive Finanzbildungsrat. Mitte Jänner wurde ein Zweijahresplan zur Schaffung eines „Finanzführerscheins“ verabschiedet. Damit soll das Wissen über Finanzen und Wirtschaft in Österreich verbessert werden.


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