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Kammerkonzert in Innsbruck: Seelenstürme filigranster Schönheit

Erlesen und packend: „Quatuor Modigliani“ und die südkoreanische Pianistin Yeol Eum Son beim Kammerkonzert.

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Zu Gast in Innsbruck – das international gefeierte Streichquartett „Quatuor Modigliani“.
© Hauser

Innsbruck – Das in Paris beheimatete und international gefeierte Streichquartett Quatuor Modigliani gibt es seit knapp zwanzig Jahren. In Anbetracht der Tatsache, dass Quartette die höchste „Scheidungsrate“, sprich kürzeste Lebensdauer, aller Ensembleformate aufweisen, darf man von einer emphatischen Höchstleistung sprechen. Diese Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen, zeigten Amaury Coeytaux und Loïc Rio (Violine), Laurent Marfaing (Viola) und François Kieffer (Violoncello) hörbar in der Befassung mit den Streichquartetten C-Dur D 46 und D-Dur D 94 von Franz Schubert sowie in Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 mit der südkoreanischen Pianistin Yeol Eum Son im Rahmen des 7. Kammerkonzertes am Donnerstagabend im Haus der Musik.

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Als durchwegs heiter angelegt werden die Quartette des 15- bzw. 16-jährigen Schubert aufgefasst, doch übersehe man nicht die Seelennöte eines Pubertierenden. Da gibt es oft schroffe Antworten auf die sanftesten Fragen. Das Lyrisch-Kantable ist oft eine zwiespältige Angelegenheit: Hinter bzw. unter ihm lauern Abgründe. Quatuor Modigliani hat die Rückseite der sanft glänzenden Medaille mitbedacht. Da wird die den süß-melancholischen Themen mitkomponierte Unruhe und Spannung zum wesentlichen Moment. Rubati mit Bedacht, keine Kunstpausen gleichen Zäsuren, die das Gefüge stören. Seelenstürme und gesanglich Vertrautes waren da in Einklang gebracht.

Filigranste Schönheit, nicht Stimmungsbilder von greller Zerrissenheit, Musik, die zum Poetischsten zählt, was die Romantik hervorbrachte, bescherte das Quartett mit seiner Sicht auf Schumann.

Über großes Gespür für Farbschattierungen, in den Einzelstimmen wie auch im dynamisch höchst ausgefeilten Mit- und Gegeneinander, verfügt auch die Pianistin Yeol Eum Son. Fulminanz nicht mit Exzessivität verwechselt, zwischen herber Expressivität und leuchtendem Melos souverän ausbalanciert. Das war nicht nur gut gespielt, es war dazu angetan, den Hörer zu packen.

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Erlesene Dramaturgie hörte man auch in der Brahms-Zugabe. (hau)


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