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Rekord für Raiffeisen Landesbank, heuer weitere Fusionen in Tirol

RLB Tirol mit Offensive bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit, neue EU-Regeln könnten bis zu 20 Prozent der Wohnbaukredite verhindern.

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Reinhard Mayr, Vorstandschef der RLB Tirol.
© Franz Oss Photography

Von Alois Vahrner

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Innsbruck – Das zweite Corona-Pandemiejahr 2021 sei sowohl für die Raiffeisen-Gruppe wie auch für die Raiffeisen Landesbank Tirol das erfolgreichste Jahr gewesen, sagt RLB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Mayr zur TT. Man habe die Kunden mit großen Anstrengungen gut durch die Krise begleitet. Die RLB steigerte die Bilanzsumme von 9,4 auf 10,9 Mrd. Euro, das EGT von 16,3 auf 31,1 und das Betriebsergebnis von unter 20 auf über 40 Mio. Euro. Auch bei den Ausleihungen habe man mit 3,34 nach 3,1 Mrd. Euro Marktanteile gewonnen.

Neben Zuwächsen im Kundengeschäft hätten auch Sonderfaktoren, wie eine nachgeholte Dividende der Raiffeisen Bank International (RBI), zum Betriebsergebnis 2021 beigetragen. Das habe man genutzt, um die pauschalen Vorsorgen wegen des unsicheren Umfelds um 16,7 auf 97,2 Mio. Euro zu erhöhen. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 habe es aber trotz der Lockdowns dank der Staats-Hilfspakete für die Firmen praktisch keine Ausfälle gegeben, so Mayr. In Russland, Belarus und der Ukraine sei die RLB Tirol nicht direkt engagiert, auch unmittelbare Folgen für die RBI-Töchter in den drei Staaten gebe es nicht. Die RLB Tirol hält mit 174 Mio. Euro 3,7 Prozent an der RBI. Auf einen allfälligen Dividendenausfall (zuletzt zwischen 8 und 10 Mio. Euro) wäre man vorbereitet.

Die Bilanzsumme aller derzeit 57 Tiroler Raiffeisenbanken inklusive der RLB Tirol legte von 18,4 auf 20,6 Mrd. Euro zu, das EGT der Gruppe stieg von 69,1 auf 104,1 Mio. Euro. Damit sei man weiter der führende Bankensektor in Tirol, so Mayr, der auch Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol ist. Insgesamt und aktuell betreut Raiffeisen in Tirol rund 515.000 Kundinnen und Kunden in den Bereichen Privatkunden sowie Firmenkunden. Der Trend zu größeren Einheiten gehe weiter. Deshalb geht Mayr davon aus, dass es auch heuer wieder einige Zusammenschlüsse von Tiroler Raikas und am Jahresende noch etwa 50 Institute geben wird.

Inhaltlich setze die RLB Tirol neben der Digitalisierung auch die Nachhaltigkeit an die Spitze ihrer Agenda. Raiffeisen wolle weiter persönliche Nähe bei der Beratung und gleichzeitig hochmoderne, bequeme Online-Angebote bieten. Bei der Nachhaltigkeit wolle man den Green Deal der EU und damit den geplanten ökologischen und sozialen Umbau der Wirtschaft massiv unterstützen. Die RLB selbst werde ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 60 Prozent reduzieren.

Im Plan liege man auch beim Großprojekt RAIQA (Raiffeisen Quartier) in Innsbruck, in dem neben der neuen RLB-Zentrale auch Geschäfte und ein Top-Hotel mit 164 Zimmern inkludiert sein sollen, so Mayr. Der Baubescheid werde für Mai/Juni erwartet, der Baubeginn sei heuer für den Herbst und die Eröffnung gegen Ende 2025 geplant. Wegen des Preisauftriebs dürften die Gesamtkosten auf 150 bis 160 Mio. Euro steigen.

Einige Sorgenfalten verursacht den Banken (und dann wohl noch mehr vielen Kunden) die mit Jahresmitte in Kraft tretende EU-Richtlinie zu Wohnbaukrediten. Demnach müssen künftig laut Mayr für die Gewährung der Darlehen etwa 20 Prozent Eigenmittel vorhanden sein, die Bedienung der Raten darf maximal 40 Prozent der monatlichen Nettoeinkünfte ausmachen. Zudem liegt die maximale Laufzeit bei 35 Jahren. Bei den Eigenmitteln dürfen die Banken in 20 Prozent der Fälle Ausnahmen machen, bei der Raten-Belastung in 10 Prozent und bei der Laufzeit in 5 Prozent der Fälle. Mayr glaubt, dass mit der verschärften Regel im Hinblick auch auf die massiv gestiegenen Immobilienkosten die Schaffung von Wohneigentum für viele nicht mehr möglich sein werde. 10 bis 20 Prozent der Kredite könnten an den Hürden scheitern.


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