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Sonderausstellung für Sepp Schwarz: Ein stiller Großer der Kunst

In der Telfer Villa Schindler wurde nicht nur eine Sonderausstellung von Sepp Schwarz, sondern auch ein ihm gewidmetes Kabinett eröffnet.

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1992 vom Telfer Maler und Grafiker Sepp Schwarz gemalter weiblicher Akt.
© Schlocker

Von Edith Schlocker

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Telfs – Bei der Telfer Kunstfreundin und Kulturmäzenin Annemarie Fisch-Schindler wusste der Maler und Grafiker Sepp Schwarz seine Arbeiten in besten Händen. Weshalb der 2013 97-jährig verstorbene Telfer Künstler ihr fast 200 seiner Aquarelle, Gouachen, Tuschzeichnungen und Holzschnitte samt der dazugehörigen Druckstöcke als Dauerleihgabe vermacht hat – allerdings mit der Auflage, diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit der Einrichtung eines kleinen feinen Schwarz-Kabinetts in der Villa Schindler – die Annemarie Fisch-Schindler 2015 der Gemeinde geschenkt hat – kann diesem Wunsch nun endlich entsprochen werden. Gemeinsam mit der Eröffnung dieses kleinen permanenten Ausstellungsraums, der parallel zu den jeweiligen Sonderausstellungen im Haus mit anderen Arbeiten von Schwarz bestückt werden soll, wurde am Donnerstag in der Villa aber auch eine ihm gewidmete Personale eröffnet, die den Künstler in all seinen Facetten präsentiert.

Als Maler expressiver Landschaften und Akte genauso wie als feinnerviger Zeichner sowie Illustrator. Als solcher war das Telfer Schleicherlaufen naturgemäß ein zentrales Thema, wie die kleine Schau reizvoll vorführt. Anhand von rasch hingeschriebenen Skizzen von Fasnachtlern, die in die Holzschnitte zu diesem Thema einflossen, nun allerdings verdichtet zu raffiniert in der Fläche ausgebreiteten, mustrig zelebrierten Äquivalenten von Schwarzem und Weißem.

Holzschnitt zum Schleicherlaufen 1990 von Sepp Schwarz.
© Schlocker

Wer Sepp Schwarz gekannt hat, erinnert sich an einen feinen Mann, einen leider fast vergessenen stillen Großen. Einen gelernten Lehrer, der sich als Autodidakt intensiv in der zeitgenössischen Kunstgeschichte umgeschaut hat. Wie etwa in einigen in der Schau zu sehenden Aquarellen und Zeichnungen, die in den 1950er-Jahren entstanden sind, ganz deutlich zu sehen ist. Sind sie doch von der damals international in der Luft liegenden Sehweise des Informel durchpulst, der Auflösung konkreter Formen in scheinbar formlose. Andererseits liebte Schwarz aber auch die Farbe genauso wie Ausflüge ins Expressive, um parallele Wirklichkeiten zur realen aus letztlich autonomen Farbflecken zu puzzeln.

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