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Kriegsreporterin Ramsauer: Vom Krieg in der Jogginghose

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Die ehemalige Kriegsreporterin Petra Ramsauer erzählte von ihren Eindrücken an der Front.
© APA-Fotoservice/Lechner

Von Benedikt Kapferer und Clemens Markart

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Lech – Eine weinende Frau drei Stunden lang im Arm zu halten, bevor sie zu einem Interview über ihre Vergewaltigung bereit ist – das ist nur eines von vielen Erlebnissen aus dem Leben der ehemaligen Kriegsreporterin Petra Ramsauer. Als freie Journalistin hat sie über 20 Jahre aus Ländern wie Syrien oder dem Irak berichtet. Zum Abschluss des Mediengipfels gab sie unter anderem mit ARD-Korrespondentin Natalie Amiri per Videoschaltung Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

Dieser sei manchmal auch durchaus langweilig, etwa wenn sie auf Visa für die Einreise warte. Eine Zeit, die sie für Recherche und Erholung nützt. Amiri sprach sich klar gegen „Journalismus vom Schreibtisch“ aus. Es sei essenziell, dass ReporterInnen direkt vor Ort sind.

So genannte „Stringer“, also lokale Kontakte, unterstützen bei der Arbeit zum Beispiel mit Übersetzungen. Laut Amiri bräuchten sie genauso viel Schutz wie die BerichterstatterInnen, was aber selten der Fall sei. „Es ist paradox, wenn westliche JournalistInnen eine Schutzausrüstung haben wie für die Front, während die Stringer in Jogginghosen danebenstehen“, sagt Ramsauer. So verweisen sie auf die Verantwortung der Medien für die örtlichen PartnerInnen. „Die Stringer sind Gold wert, wir müssen sie auf Händen tragen“, betont Amiri.


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