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Kocher: Die Krisen bremsen die Globalisierung ein

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Arbeitsminister Martin Kocher in Lech im Gespräch mit Wolfgang Geier.
© APA-Fotoservice/Lechner

Von Anna Kirchgatterer

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Lech – Die Wirtschaft habe sich erstaunlich schnell von der Corona-Krise erholt, sagte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) beim Mediengipfel in Lech. So sei etwa die Langzeitarbeitslosigkeit bereits unter dem Vorkrisenniveau. Für den Herbst stellte Kocher kurzfristige Notfallmaßnahmen in Aussicht, sollten sie notwendig werden. Die Kurzarbeit werde es so oder so weiterhin geben. Insgesamt würden durch den Wirtschaftsaufschwung die Folgen des Ukrainekriegs besser abgefangen.

Kocher bezeichnet den Krieg als eine Zäsur. Seit dem Jahr 2000 existiere die Vorstellung, dass alle Staaten der Welt sich am Welthandel beteiligen könnten. Dieses Grundvertrauen in die Globalisierung habe schon in den vergangenen Jahren Risse bekommen und sei durch den russischen Angriffskrieg zusätzlich erschüttert worden. Kocher spricht von einer Verlangsamung der Globalisierung, die anhalten werde – mit allen Vor- und Nachteilen. Einer der Vorteile sei die lokalere Produktion, ein Nachteil höhere Preise.

Kritisch sieht Kocher Österreichs Verhältnis zu Russland in den vergangenen Jahren. Österreich habe sich zu stark exponiert, spätestens seit der Annexion der Krim hätte wirtschaftlich vorsichtiger mit Russland agiert werden sollen. Ein Gasembargo allerdings würde die EU stärker treffen als Russland, betont Kocher.

Vorsichtig ist weiterhin aber auch die Europäische Zentralbank, was eine Zinserhöhung angeht. Diese könne zwar die Konjunktur ankurbeln, auf der anderen Seite aber die Inflation nicht gut eindämmen. Laut Kocher liegt das daran, dass die Preissteigerung, zum Beispiel von Öl und Gas, importiert ist. Für die EU-Staatskassen wäre ein Anheben der Zinsen aber zumindest kurzfristig verkraftbar. Österreichs Staatshaushalt sei gut aufgestellt.

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