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5:0 gegen Austria Wien! Salzburg holt sich auch den nächsten Meistertitel

Serienmeister Red Bull Salzburg sicherte sich am Sonntag mit einer Galavorstellung gegen Austria Wien den neunten Meistertitel in Folge. Bereits zur Pause lagen die "Bullen" mit 3:0 in Führung.

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Die Salzburger Andreas Ulmer, Karim David Adeyemi und Noah Arinze Okafor (v.l.n.r.) hatten am Sonntag allen Grund zum Feiern.
© KRUGFOTO

Salzburg – Salzburg hat den neunten Meistertitel in Serie recht stilvoll begangen. Am Sonntag setzten sich die "Bullen" vor eigenem Publikum gegen die Wiener Austria mit 5:0 (3:0) durch und sind damit vier Runden vor dem Ende nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Noah Okafor (2.), Karim Adeyemi (18.), Luka Sucic (28.), Brenden Aaronson (54.) und Mohamed Camara (85./beide Foulelfmeter) sorgten für einen höchst verdienten Kantersieg der sichtlich motivierten Gastgeber.

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Salzburg agierte nach Gelb-Rot für Marvin Martins (53.) rund 40 Minuten in Überzahl und hatte noch einige weitere Großchancen, die vor allem Austria-Goalie Patrick Pentz vereitelte. Sein Team bleibt nach der dritten Niederlage in Folge Vierter, punktegleich mit dem fünftplatzierten WAC bzw. zwei Zähler vor Meistergruppen-Schlusslicht Austria Klagenfurt.

Während Austria-Trainer Manfred Schmid auf dieselbe Elf wie bei der knappen 1:2-Heimniederlage gegen Salzburg eine Woche zuvor setzte, nahm Matthias Jaissle drei Änderungen vor. In der Innenverteidigung brachte er Oumar Solet, in der Offensive war der wieder fitte Aaronson ebenso zugange wie Noah Okafor.

Mit dieser Einsergarnitur spielte der Meister von Beginn an Katz und Maus mit den Wienern, die mit der 3-4-3-Formation zwar Mut bewiesen, der Offensivkraft des Gegners aber nichts entgegenzusetzen hatten und immer wieder weite Räume boten. Okafor eröffnete den Reigen, nachdem sich Mohamed Camara bis zum Sechzehner getankt hatte und mit seinem geblockten Schuss den Assist lieferte. Adeyemi hätte eigentlich schon wenig später auf 2:0 erhöhen müssen, scheiterte aber alleine an Pentz (9.).

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Neun Minuten später war es dann soweit, bei seinem 17. Saisontor profitierte der Deutsche, der sich bereits mit Borussia Dortmund einig sein soll, aber auch von der missglückten Rettungsaktion Eric Martels, der den Schuss unhaltbar für Pentz ins eigene Gehäuse abfälschte. Schließlich war noch vor Halbstundenfrist Sucic zur Stelle, der sich nicht zuletzt bei Rasmus Kristensen für dessen Balleroberung bedanken durfte. Danach ging es über Nicolas Seiwald wieder blitzschnell. Kurz danach scheiterte Okafor an Pentz (31.).

Die zweite Hälfte bot vor 15.496 Zuschauern in der nicht vollbesetzten Arena ein unverändertes Bild. Die Austria, die schon vor der Pause nur zu drei Halbchancen gekommen war, fand offensiv praktisch nicht statt und stellte nun auf eine defensive Viererkette um. Es half nur wenig. Bald nach Wiederbeginn flog Martins für seine Rettungsaktion gegen Sucic vom Platz. Schiedsrichter Walter Altmann verhängte nach Videostudium zudem einen Elfer, den Aaronson souverän verwertete.

Pentz verhinderte danach gegen Seiwald (62.) und Junior Adamu (65.) Schlimmeres, lenkte zudem einen Schuss Benjamin Seskos an die Latte (67.). Im Finish war es dann Camara, der wieder vom Elferpunkt für den Endstand sorgte. Der Aktion war ein Foul von Lucas Galvao an Adamu vorausgegangen.

Einer der erfolgreichsten Serienmeister Europas

Mit dem neunten Meistertitel in Folge ist Salzburg einer der aktuell erfolgreichsten Fußball-"Serientäter" Europas. Mag der 13. Triumph in der Red-Bull-Ära auch zu einer Art Ritual geworden sein, für Trainer Matthias Jaissle ist es die Krönung seiner Premierensaison im Profibereich. Das und der erstmalige Achtelfinaleinzug in der Champions League bestätigte aber nicht nur den Deutschen, sondern auch die Vereinsphilosophie, dank derer man wohl auch weiterhin dominieren wird.

Junge Talente – mitunter zu stattlichen Summen - kaufen, bei Kooperationsclub Liefering auf die Red-Bull-Spielweise einstimmen, trotz der relativen Unerfahrenheit international für Aufsehen sorgen und die Spieler dann mit großen Margen verkaufen: Salzburg wird auch in Zukunft nicht von seinem Erfolgsweg abrücken. Das bestätigte Sportdirektor Christoph Freund zuletzt immer wieder. Die Fahnenstange sei dabei noch nicht erreicht: Vielleicht werde man den seit 2012 unter Mastermind Ralph Rangnick eingeschlagenen Weg "sogar noch konsequenter" gehen, erklärte Freund im Frühling. "Unser Ziel wird auch in Zukunft sein, die beste U22, U23 Europas zu sein."

Junges Team selbst in der Champions League

Auch in der aktuellen Saison kreuzten die "Bullen" mit durchwegs blutjungen Teams auf, in der Königsklasse etwa beim Gruppenauftakt gegen den FC Sevilla. 22,6 Jahre betrug da das Durchschnittsalter stellvertretend für den Rest der Saison. Dass auch Jaissle mit seinen seit 5. April 34 Jahren ein im Profimetier noch unerfahrener Coach ist und als jüngster Meistercoach der Bundesliga in die Annalen eingeht, passt da wunderbar ins Bild.

Die Erfolge – am 1. Mai könnte mit einem Cup-Finalsieg gegen Außenseiter Ried noch ein weiterer Titel hinzukommen – geben Freund und Co. recht. In der CL-Gruppe feierte man Siege gegen Lille, Sevilla und Wolfsburg, musste nur Lille den Vortritt lassen und schaffte so den auch für Österreich historischen Achtelfinaleinzug. Dass dort dem durchaus beeindruckenden Heim-1:1 gegen die Granden von Bayern München im Rückspiel eine 1:7-Watschen folgte, mag man Karim Adeyemi und Co. nachsehen.

Der 20-jährige Adeyemi, mit 17 Treffern trotz seiner Ladehemmung im Frühjahr aktueller Führender der BL-Torschützenliste, ist die heißeste Aktie im Salzburger Transferkarussell, das sich auch diesen Sommer wieder fröhlich drehen wird. Borussia Dortmund gilt als größter Kandidat auf die Dienste des deutschen Teamkickers, der im Herbst förmlich "explodierte". Auch die Mittelfeldmänner Nicolas Seiwald, Brenden Aaronson oder Mohamed Camara sowie Außenbahnspieler Ramus Kristensen gelten als Transferkandidaten.

Umbrüche bislang verkraftet

Was jeden durchschnittlichen Sportdirektor in höchste Unruhe versetzen müsste, gehört in Salzburg zum guten Ton. Angst vor personellen Umbrüchen hat man längst keine mehr. Das bewies man in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue, auch Trainerwechsel spielen scheinbar keine Rolle für die Leistungsfähigkeit des Kollektivs. Die bald ablaufende Saison ist mit fast 48 Millionen Euro die erfolgreichste Saison in Sachen UEFA-Preisgeld, dazu werden weitere Millionen für den einen oder anderen Transfer kommen. Dank des Titels ist man 2022/23 in der CL-Gruppenphase wieder fix mit dabei.

Zu bremsen scheint der Serienmeister auf nationaler Ebene jedenfalls nicht zu sein. Die Konkurrenz, die in der Vergangenheit Sommer für Sommer angesichts von diversen Kaderveränderungen in Salzburg zumindest leise Hoffnungen hegte, hat sich längst damit abgefunden. "Wir sind zufrieden mit Platz zwei, dem 'best of the rest'", erklärte unlängst Sturm-Graz-Coach Christian Ilzer. (APA)

Reaktionen

Matthias Jaissle (Salzburg-Trainer): "In mir ist Emotion pur, ein richtig geiles Gefühl. Es ist ein Stück weit Erleichterung in mir. Ich habe mir selbst einen gewissen Druck gemacht. Wir haben uns heute für einen brutal hohen Aufwand über die ganze Saison belohnt. Es ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, was im Sommer passiert ist. Das haben uns nicht alle zugetraut. Deshalb sind wir sehr, sehr happy. Wir waren heute ab der ersten Minute präsent, die Mannschaft hat alles umgesetzt, was sie sich vorgenommen hat. Gegen die Austria muss man einmal so bestehen wie heute. Wir wollten das Ding rocken und es vor den eigenen Fans klar machen. So ist die Mannschaft über 90 Minuten aufgetreten."

Nicolas Seiwald (Salzburg-Mittelfeldspieler): "Für mich ist es etwas anderes (im Vergleich zur Vorsaison, Anm.), weil ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Für mich ist alles sehr schnell gegangen, obwohl ich gewusst habe, dass ich die Qualität dazu habe. Jetzt ist einmal Feiern angesagt, aber schon mit Maß und Ziel."

Andreas Ulmer (Salzburg-Kapitän/via Sky): "Ein absolut verdienter Sieg, ein geiler Tag, heute bei den Fans zuhause den Titel zu fixieren. Es hat uns in dieser Saison über die vielen Spiele ausgezeichnet, dass wir vom Kopf her richtig gut reingegangen sind, sehr, sehr professionell waren und kaum nachgelassen haben. Das ist für die Mannschaft, die im Sommer doch einen großen Umbruch gehabt hat, nicht selbstverständlich. Wir werden etwas feiern, aber nicht zu viel, weil wir nächstes Wochenende im Cupfinale auch noch zuschlagen wollen."

Karim Adeyemi (Salzburg-Torschütze/via Sky): "Beim Feiern bin ich der Chef, auf jeden Fall. Rasmus (Kristensen, Anm.) ist auch ganz vorne dabei." Zum Wechsel zu Dortmund: "Ich glaube, die Medien wissen mehr als ich. Ich weiß nicht, wie lange (die Verhandlungen, Anm.) es geht."

Salzburg einer der erfolgreichsten Serienmeister Europas

Dank des neunten Meistertitels in Folge gehört Red Bull Salzburg einem recht exklusiven Kreis europäischer Fußball-Vereine an. Nach aktuellem Stand liegen nur Bulgariens am vergangenen Wochenende gekrönter Champion Ludogorez Rasgrad mit elf Titeln in Serie sowie Bayern München mit seit Samstag zehn Meistertiteln hintereinander vor den "Bullen".

Nach diesem Trio folgt lange nichts, Moldaus ebenfalls wieder auf Titelkurs segelnder Serienchamp Sherrif Tiraspol hält bei sechs Meisterschaften in Folge. Celtic Glasgow und Juventus Turin waren bis zur Vorsaison bei neun Titeln en suite gestanden, wurden im Sommer 2021 aber von den Rangers bzw. Inter Mailand entthront.

Die bisher längste Serie in Europa schafften die Lincoln Red Imps zwischen 2002/03 und 2015/16 in Gibraltar, sie stemmten so wie der lettische Club Skonto Riga von 1991 bis 2004 14-mal in Serie die Meistertrophäe. Danach folgen BATE Borisow (Belarus, zuletzt 2018) und Rosenborg Trondheim (Norwegen, 2004) mit je 13 Triumphen hintereinander. Dinamo Zagreb (2015/16) kam wie aktuell Rasgrad auf elf Serientitel. Weitere sechs Clubs brachten das Kunststück je zehnmal zustande, weitere sieben Vereine, darunter Salzburg, je neunmal. Celtic hat sogar zwei solcher Serien zu Buche stehen.

Zum Verein

RED BULL SALZBURG:

  • Gründung: 1933 als SV Austria Salzburg durch Zusammenschluss der Vereine FC Hertha und FC Rapid - Seit 2005 Red Bull Salzburg
  • Club-Farben: Rot-Weiß

Erfolge als Red Bull Salzburg:

  • ÖFB-Meister (13): 2007, 2009, 2010, 2012, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022
  • ÖFB-Vize-Meister: 2006, 2008, 2011, 2013
  • ÖFB-Cupsieger (8): 2012, 2014, 2015, 2016, 2017, 2019, 2020, 2021
  • Champions-League-Teilnahmen: 2019/20 (Gruppenplatz 3), 2020/21 (3.), 2021/22 (Achtelfinale)
  • Europa-League-Halbfinale: 2017/18
  • Europa-League Achtelfinale: 2013/14, 2018/19
  • Europa-League-Sechzehntelfinale: 2009/10, 2011/12, 2014/15, 2019/20, 2020/21
  • Ohne Punkteverlust Sieger der Europa-League-Gruppe G 2009/10, der Gruppe C 2013/14 sowie der Gruppe B 2018/19
  • Österreichs Mannschaft des Jahres 2018, 2019, 2020 und 2021

Erfolge als Austria Salzburg:

  • ÖFB-Meister 1994, 1995 und 1997
  • ÖFB-Supercup-Sieger 1994, 1995 und 1997
  • ÖFB-Cup-Finalist 1974, 1980 und 2000
  • UEFA-Cup-Finalist 1994
  • Teilnahme Champions-League-Gruppenphase 1994/95

Trainer: Matthias Jaissle (GER) seit Juli 2021

Bekannteste Spieler: Karim Adeyemi (GER), Andreas Ulmer (AUT), Maximilian Wöber (AUT)

Stadion: Wals-Siezenheim, Kapazität 17.218 (national nach Schließen des Oberrangs) bzw. 29.520 Zuschauer (international), seit Sommer 2010 Naturrasen


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