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Britische Aristokraten an der Côte d’Azur: Neue Ära in Downton Abbey

Nach sechs Serienstaffeln und einem Kinofilm kehrt "Downton Abbey" auf die große Leinwand zurück. "Eine neue Ära" setzt die Geschichte der britischen Adelsfamilie Crawley und ihrer Dienerschaft fort. Ab 28. April im Kino.

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Filmstars (Laura Haddock als Stummfilmdiva Myrna Dalgleish) mischen das Leben in Downton Abbey auf. Die Adeligen flüchten derweil an die mondänen Orte Südfrankreichs.
© imago

Innsbruck – Die Filmproduzenten haben „Downton Abbey“ für sich entdeckt, und das gleich im doppelten Sinne. Während die erfolgreiche, bereits abgeschlossene Adelsserie nach 2019 nun bereits zum zweiten Mal für das Kino verfilmt wird, kommt auch in der Geschichte ein Filmteam in das titelgebende Schloss.

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Wir befinden uns am Ende der 1920er-Jahre und Downton soll als Kulisse für eine Stummfilmproduktion namens „The Gambler“ herhalten. Der nette Titelheld Guy Dexter (Dominic West) und die schwierige Stummfilmdiva Myrna Dalgleish (Laura Haddock) bringen einen Hauch Klassenmobilität in die Welt der starren Familiendynastie. Doch weil das altbekannte adelige Serienpersonal über die vulgären Filmmenschen befremdet ist und auch narrativ im Weg steht, wird das Gros der Familie kurzerhand auf eine Reise nach Südfrankreich verschifft.

📽️ Trailer | Downton Abbey II - Eine neue Ära

Dort hat die Countess-Oma (eine gelangweilte Maggie Smith) eine Villa geerbt, von einem französischen Marquis, mit dem sie möglicherweise einst ein Techtelmechtel hatte.

Zwei parallele Geschichten also, die als Hintergrund für mindestens zwei Serienfolgen gereicht hätten und nun als Hauptstoff 125 lange Kinominuten füllen. Lediglich die Film-im-Film-Ebene bringt eine Meta-Ebene ins Spiel – ein großteils ungenütztes, potenziell spannendes Material. In der fokussierten Spielfilmlogik bleibt für Seitenstränge aber leider ohnehin wenig Zeit.

© Ben Blackall/Universal

An beiden pittoresken Handlungsorten wartet man dann vergeblich auf einen Mord in Cluedo-Manier, der Hercule Poirot auf den Plan ruft, um die Anwesenden zu befragen. Doch die Mini-Dramen bleiben harmlos-jugendfrei und überraschungsarm-vorhersehbar. Am Ende eine opulent-kostümierte Familiengeschichte mit Schloss in Yorkshire bzw. Villa an der Côte d’Azur. Und dabei kommt auch die Britishness nicht zu kurz mit vielen „Oh, dear!“-Ausrufen.

Das Oben und Unten zwischen Herrschaft und Dienerschaft wird gewohnt prächtig ausexerziert. Nur am Ende dürfen die Film-begeisterten Butler und Dienerinnen in die herrschaftlichen Kostüme schlüpfen. Sie werden als Statisten für den Film gebraucht, der mittlerweile zum Tonfilm umfunktioniert wurde.

Die Crawley-Familie und ihre Bediensteten
© Ben Blackall/Universal

„Downton Abbey“ bleibt somit eine Aristokratiegeschichte, die ererbten Reichtum verherrlicht. Weltwirtschaftskrise und die revolutionären wilden 20er finden in großem Sicherheitsabstand statt.

Lediglich der Besuch der neureichen Filmstars deutet einen Hauch der neuen Ära an, die der Titel verspricht. Am Ende ist der Film abgedreht und fast alles wieder beim Alten mit der neuen Generation. (maw)

DOWNTON ABBEY 2 - EINE NEUE ÄRA

  • GB/USA 2022
  • 126 min
  • Regie: Simon Curtis
  • Mit: Hugh Bonneville, Laura Carmichael, Jim Carter, Brendan Coyle, Michelle Dockery
  • Weitere Infos

Sechs Staffeln lang ging es in der Serie "Downton Abbey" um die Schicksale der Familie des Lord of Grantham, die Crawleys. Geburten, Hochzeiten, Intrigen, fröhliche Feste, Liebeskummer, Leidenschaft und Trauerfälle - kaum etwas, was die britische Adelsdynastie nicht erlebte. Nach dem Serienende 2016 folgte drei Jahre später ein Kinofilm. Nun kehren die Crawleys samt Dienerschaft ins Kino zurück. "Downton Abbey II - eine neue Ära" spielt im Jahr 1928 und konfrontiert die Familie mit einem uralten Geheimnis. Denn die Dowager Countess Violet hat eine prächtige Villa in Südfrankreich geerbt und keiner weiß, was der Grund dafür ist.

Das Drehbuch stammt wieder von Julian Fellowes. Und auch sonst dürfte den Fans das meiste vertraut sein, allen voran die Schauspieler wie Hugh Bonneville als Lord Grantham, Michelle Dockery als seine älteste Tochter Mary, Jim Carter als ehemaliger Butler Mr. Carson, Lesley Nicol als Köchin Mrs. Patmore und natürlich die Grand Dame, Maggie Smith, als verwitwete Dowager Countess und Mutter des Lords.


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