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Gewinn der Asfinag sorgt für Tiroler Kritik: Ruf nach Entlastungen

Die Asfinag erzielte im Jahr 2021 755 Millionen Euro Überschuss. Für den Lobautunnel gibt es keinen Baustopp. Tirol fordert Entlastungen.

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Allein in Tirol hat die Asfinag 327 Mio. Euro an Mauten kassiert.
© Böhm

Wien, Innsbruck – Die staatliche Autobahngesellschaft Asfinag hat 2021 den Jahresüberschuss von 742 auf 755 Mio. Euro noch erhöht. Bei den Mauterlösen gab es vor allem wegen des starken Lkw-Verkehrs ein Plus von 10,5 Prozent auf 2,304 Mrd. Euro. Die Dividende für den Staat liegt bei 200 Mio. Euro. Die Schulden betrugen 10,75 Mrd. Euro, nach 10,89 Mrd. Euro im Jahr 2020. Im Vorjahr hat die Asfinag 2,474 Mrd. Euro eingenommen.

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Die Gesamtfahrleistung auf Autobahnen und Schnellstraßen wuchs 2021 im Jahresvergleich um 10,7 Prozent auf rund 29 Mrd. Kilometer an, wobei der Anstieg bei Pkw bei 11 und bei Lkw bei 8,8 Prozent lag. Laut Finanzvorstand Josef Fiala sei die Asfinag die wertvollste Beteiligung der Republik, an zweiter Stelle stehe die Nationalbank.

Position bezog Co-Vorstand Hartwig Hufnagl zu Meldungen, wonach es von Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) eine Weisung gegeben habe, den Lobautunnel nicht weiter voranzutreiben. „Das kann ich ganz unaufgeregt beantworten: Es gab weder eine Weisung noch einen Baustopp.“ Derzeit seien vier Projekte der Asfinag ruhend gestellt, das größte davon ist der Wiener Lobautunnel. Die vier Baulose wurden in der Bilanz 2021 mit 82 Mio. Euro wertberichtigt, davon entfallen 70 Mio. Euro auf den Lobautunnel. Zum Vergleich: Für heuer plant die Asfinag bundesweite Gesamtinvestitionen von 1,1 Mrd. Euro.

„Ein bedenkliches Selbstverständnis“ der Asfinag, die um 100 Mio. Euro höher als geplant ausgefallenen Gewinne auf dem Rücken der transitgeplagten Tiroler Bevölkerung feiere, sieht ÖVP-Nationalrat Hermann Gahr, Mitglied im Verkehrsausschuss. Allein in Tirol wurden 327 Mio. Euro eingenommen. Die Mauteinnahmen müssten dort eingesetzt werde, wo sie erwirtschaftet werden und wo die Belastung am größten ist. Es brauche jetzt laut Gahr dringend Entlastungen, etwa durch verstärkten Lärmschutz. (TT, APA)

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