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Kommt Sensation aus Manchester? Ralf Rangnick soll neuer ÖFB-Teamchef werden

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Der neue ÖFB-Teamchef soll weder Peter Stöger noch Andreas Herzog oder Vladimir Petkovic heißen. Ralf Rangnick, aktuell Trainer von Manchester United, könnte sensationell das Rennen machen.

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In der Teamchef-Frage wurden Vladimir Petkovic (rechts), vor allem Peter Stöger (o.) und Andreas Herzog (Mitte) lange gehandelt, nun kristallisierte sich eine spektakulöre Lösung mit Ralf Rangnick (l.) heraus, der bis Sommer noch Manchester United trainiert.
© gepa, imago

Von Alex Gruber

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Innsbruck, Wien – Am Freitag zur Mittagsstunde wird die Frage geklärt, wer die rot-weiß-rote Auswahl nach dem WM-Aus und der Trennung von Franco Foda in die Zukunft führen wird. Sportdirektor Peter Schöttel wird seine finalen Arbeitsschritte erläutern und der alles andere als unumstrittene ÖFB-Präsident Gerhard Milletich dürfte vor den Landesverbandspräsidenten dann jene personelle „Empfehlung“ aussprechen, die aus sportlicher wie wirtschaftlicher Sicht abgesegnet werden soll.

Während in den vergangenen Wochen aus heimischer Sicht Peter Stöger (56) als Favorit gegenüber Andreas Herzog (53) gehandelt wurde beziehungsweise auch immer wieder Gerüchte um den ehemaligen Schweizer Teamchef Vladimir Petkovic (58) aufgeflackert waren, zeichnete sich am Donnerstag mit Ralf Rangnick, aktuell hochdotierter Teammanager bei Manchester United, eine sensationelle Lösung ab.

Dabei ist der ÖFB zur Stunde nach dem WM-Aus finanziell meilenweit davon entfernt, dem neuen Teamchef ein „Spitzen-Gehalt“ zu servieren, wie es einst Marcel Koller (kolportierte Jahresgage von 1,5 Millionen Euro) kassiert hat. Das ließ vielerorts darauf schließen, dass sich nur eine heimische Lösung abzeichnen kann. Für Peter Stöger sprechen die Referenzen mit mehreren Titelgewinnen bei der Austria (zweimal Meister, zweimal Cupsieger), seine sensationelle Zeit in Köln (2013–2017)mit dem Bundesliga-Aufstieg (2014) sowie die Erfahrungen als Feuerlöscher bei Borussia Dortmund. Den BVB führte der „Pezi“ mit seiner stets besonnenen Art in einer denkbar schwierigen Saison 2018 noch in die Champions-League-Quali.

Der Name von Admira-Coach Andreas Herzog, der mit den Niederösterreichern aktuell noch um den Klassenerhalt in der Bundesliga kämpft, geriet zuletzt etwas ins Hintertreffen. Dabei hat der 103-fache ÖFB-Rekordinternationale als Co-Trainer in Österreich (2005–09) wie in den USA (2011–2016) unter Jürgen Klinsmann, seiner Zeit als ÖFB-U21-Trainer (2009–2011) sowie als israelischer Teamchef (2018–2020) viele Erfahrungen auf Nationalteamebene vorzuweisen. Der Ex-Bremen-Legionär galt für viele als sentimentale Lösung. Sprich: Wann nicht jetzt, wann dann? Herzog scheint aber auch am heutigen Tag an seinem (vormaligen) Traumjob vorbeizuschrammen.

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Die hartnäckigen Gerüchte um Vladimir Petkovic (58), der die Schweizer „Nati“ zwischen 2014–2021 erfolgreich dirigierte, schienen nicht sonderlich glaubhaft. Zumal der Doppelstaatsbürger (SUI-CRO), der mit seinem Exclub Girondins Bordeaux noch um viele Millionen kämpfen soll, nicht so recht in das ÖFB-Sparprogramm passt. Selbst wenn er auf sehr viel Geld verzichten würde. Bis am Donnerstag eben wieder der Kurier den Namen von Ralf Rangnick als neuem Teamchef aufs Tapet brachte. Ein Deal und Vorschlag, der laut Insiderkreisen sehr konkret sein soll. Ums Geld kann es dabei freilich nicht gehen.

Der 63-Jährige wäre die richtige Wahl, sollte die rot-weiß-rote Auswahl in Zukunft auf Pressingfußball der Marke Red-Bull-Schiene bauen. Rangnicks Vergangenheit in Salzburg (Sportdirektor ab 2012) und bei RB Leipzig ist bestens bekannt, er machte auch in Stuttgart, Hannover, Schalke oder Hoffenheim Station. Und bei ManU ist im Sommer auf der Trainerbank ja Schluss, weil Erik ten Hag von Ajax Amsterdam kommt.

Am frühen Nachmittag sollte die Entscheidung am Freitag stehen. Und der neue ÖFB-Teamchef tritt so oder so ein schweres Erbe an. Das Auftakt-Programm im Juni mit vier Nations-League-Partien im Pool A gegen die Top-Nationen Kroatien, Dänemark (2) und Weltmeister Frankreich könnte kaum schwerer sein. Zudem tauchen mit Blick in die Zukunft neben Systemdiskussionen auch Personalfragen auf. Wird der neue Teamchef wieder kein Österreicher, ist’s auch ein (kleiner) Schlag in die Magengrube, was das Vertrauen in die eigenen Kräfte betrifft ...


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