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Da würde nicht nur Schubert staunen: CD von Pixner, Gansch, Delago und Co.

Herbert Pixner, Thomas Gansch, Manu Delago und Co. überschreiten auf der formidablen CD „Alpen und Glühen“ Genregrenzen leichtfüßig und nach Belieben.

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Thomas Gansch (l.) und Herbert Pixner sind nur zwei der Masterminds der heute erscheinenden CD „Alpen und Glühen“.
© Artclub Imst

Von Markus Schramek

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Innsbruck – Vermutlich ist die beglückende Wirkung der akustischen Perle „Lost Elysion“ noch nicht ausreichend evidenzbasiert belegt. Herbert Pixners 2018 veröffentlichter Titeltrack des gleichnamigen Albums hat sich aber auch so zu einem „Signature“-Werk des Südtirolers gemausert: Musik, an der man die ureigene Klasse des Multi-Instrumentalisten auf Anhieb heraushört. Eingespielt im Team mit einer handverlesenen Selektion weiterer MusikerInnen, gibt Pixner „Lost Elysion“ nun ein zweites Mal frei: auf der mit heutigem Tag den Markt in Angriff nehmenden neuen CD „Alpen und Glühen“.

Für diese Produktion gesellen sich Fexen wie Trompeter Thomas Gansch und Percussionist Manu Delago an die Seite Pixners. Klassische Sound-Ingredienzen kommen von Lukas Kranzelbinder am Kontrabass sowie vom radio.string.quartet mit zwei Geigen, Bratsche und Cello.

Die Alpen glühen, das weiß der gelernte Älpler, wenn das Wetter abendlich schön ist (besonders prächtig glühen sie im Rosengartenmassiv in Pixners Südtiroler Heimat, das nur nebenbei). Ist das Album „Alpen und Glühen“ also ein Schönwetterprodukt?

Gar nie nicht! Es ist ein, wie es der Kaffee-Aficionado sagen würde, Schalerl feinster Melange: belebend und anregend. Volksmusikalische Fragmente treffen auf experimentelles, aber unangestrengtes Soundbasteln. Improvisiert wirkende Notensätze verbinden sich mit Anklängen von Kammermusik samt herzerweichendem Streicherschmalz. Ja, das geht.

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Jeder Akteur steuert Kompositionen bei. Gansch trompetet uns locker flockig den „Marsch Nr. 1“. Kranzelbinder trägt sein Herz kompositorisch außen („I wear my heart on the outside“) und lädt Gansch und Pixner zum Bläsergipfel auf höchster Stufe. Vom Tiroler Manu Delago kommt der „Non Electronic Song No. 1“, eine Klangstudie gruppiert um Delagos sphärisch-geheimnisvolle Hand-Pan-Percussion.

Wer etwas kann, der darf auch etwas Freches wagen: Anleihen aus Tschaikowskys „Pathétique“ werden von Thomas Gansch zu einem Liebes-Hatscher südamerikanischen Zuschnitts umfunktioniert. Herrlich!

Mit dem Stück „Lou“ öffnet die formidabel musizierende Combo sperrangelweit die Tür zum Melancholie-Abteil. Diese Streicherklänge, Schubert schau oba! Aber nicht für zu lange, denn bald schon übernehmen Flügelhorn, Harmonika und Hand-Pan.

Kreative Anordnungen wie diese passen in keine Schublade. Lassen wir sie daher einfach wirken und erfreuen wir uns an ihnen.

Three Saints Records/Hoanzl.


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