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TT-Analyse: Beim Hochwasserschutz sitzen alle in einem Boot

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Marco Witting

Analyse

Von Marco Witting

Menschen, die von schweren Überschwemmungen betroffen waren, kämpfen oft jahrzehntelang mit den Folgen dieser Naturkatastrophen. Selbst wenn der materielle Schaden längst weggemacht ist, bleibt trotzdem die traumatische Erinnerung, die bei jedem stärkeren Regen zurückkommt. Auch in Tirol gibt es Familien, die bei einem Unwetter ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. Doch genau diese Folgen werden oft vergessen, wenn es um den Hochwasserschutz im Unterinntal geht. Man tut stellenweise gerade so, als brauche es die Schutzmaßnahmen gar nicht. Bis es zu spät ist.

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Natürlich ist die Materie komplex, die Katastrophe nicht vorhersehbar. Natürlich ist es legitim, dass Grundeigentümer ihre eigenen Interessen vertreten. Und natürlich ist Eigentum zu respektieren. Doch wenn es zum Hochwasser kommt, sitzen alle im Boot. Und genauso, wie es dann Solidarität braucht, ist diese vorab nötig, wenn es gilt, die Überschwemmungen möglichst zu verhindern.

Der Mensch hat der Natur den Raum genommen. Gerade auch in Tirol. Gepaart mit dem Klimawandel führt das zu immer häufigeren und immer intensiveren Hochwassern. Diese Fakten kann man vielleicht eine Zeit lang ignorieren und mit etwas Glück wird eine Zeit lang nichts passieren. Doch irgendwann wird die Natur wieder ihre Stärke zeigen und wer daran zweifelt, welche Kräfte das sind, der rufe sich die Bilder aus Deutschland vom Vorjahr in Erinnerung.

Es wird endlich Zeit, dass der Hochwasserschutz für das Unterland an Fahrt aufnimmt. Es wird endlich Zeit, dass die ersten Projekte, ganz besonders Retentionsflächen, umgesetzt werden. Alle sitzen in diesem Boot. Die Richtung ist klar – und es gibt auch keine Alternative dazu. Um ans Ziel zu kommen, braucht es die Anstrengungen von allen und Kompromissbereitschaft – auch und gerade von den Grundbesitzern. Der Schutz vor Naturkatastrophen ist nicht dafür geschaffen, um Gewinnmaximierung zu betreiben.


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