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Erneute Cyber-Attacke auf das Außenamt durch Phishing-Versuch

Aus dem Ressort von Minister Alexander Schallenberg heißt es dazu: „Die Schadsoftware konnte keine Auswirkungen entfalten.“

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IT-Expertinnen und -Experten des Bundesheeres haben an der Cyber-Abwehrübung „Locked Shields“ teilgenommen.
© Stefan Uj

Wien – Das Außenministerium ist erneut Ziel von Cyber-Attacken geworden. Das geht aus einer Mail hervor, die dem Online-Medium ZackZack vorliegt. „Aktuell ist das BMEIA, so wie auch andere Außenministerien, wieder vermehrt Ziel von Cyber-Attacken.“ So beginnt die von Generalsekretär Peter Launsky-Tieffenthal gezeichnete Nachricht an die Belegschaft des Ministeriums. Die Bandbreite des Angriffs reiche „von der versuchten Ausspähung nicht öffentlicher/klassifizierter Informationen bis zur Zerstörung unseres Netzwerks“. Es werde „um allerhöchste Vorsicht“ ersucht. Die Mail erinnert an bekannte Vorfälle. So heißt es darin, das IT-Sicherheitsteam erkenne vermehrt „schädliche Internet-Links, die beim Klicken automatisch zu einem Datendownload und einer Einnistung höchst entwickelter Schadsoftware in unserem IT-Netzwerk führen“. Offenbar handelt es sich um etwas wie beim Angriff Anfang 2020. Damals sorgte eine Mail mit Weihnachtsgrüßen, die sich als Schadsoftware entpuppte, für Chaos. Botschaften waren teils lahmgelegt. Damals wurde Russland als Quelle vermutet; der Kreml dementierte. Ob diesmal wieder von einem staatlichen Akteur auszugehen ist, war unklar.

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Aus dem Außenministerium heißt es auf Anfrage der TT: „Bei den Angriffsversuchen auf das IT-Netzwerk des BMEIA handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um Phishing-E-Mails mit Links, die beim Klicken automatisch zu einem Datendownload und einer Einnistung von Schadsoftware in unserem IT-Netzwerk führen sollen. Diese Versuche betreffen die Zentrale in Wien als auch Vertretungen im Ausland. Sie wurden von den Sicherheitssystemen binnen kürzester Zeit erkannt, die Schadsoftware konnte keine Auswirkungen entfalten.“

Der Rechnungshof hatte Verbesserungsbedarf bei der Cybersicherheit im Kanzleramt, dem Innen-, Heeres- und Außenministerium geortet. Es fehle an Krisen-, Kontinuitäts-, Einsatzplänen.

Nun haben IT-Experten des Heeres mit Kollegen der deutschen Bundeswehr an der weltgrößten Cyber-Abwehrübung „Locked Shields“ teilgenommen. (kale)


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