Entgeltliche Einschaltung

Tödlicher Unfall auf der Kalser Straße: 22-jähriger Lenker verurteilt

  • Artikel
Der Pkw schleuderte mit 90 km/h gegen den Linienbus.
© APA/Groder

Ein 22-jähriger Pkw-Lenker, sein 20-jähriger Cousin und der Lebensgefährte der Mutter des Fahrers waren letzten August auf der Kalser Straße unterwegs. Leichter Regen hatte auf der abschüssigen Straße eingesetzt. Plötzlich war der Pkw des rumänischen Hotelgehilfen erst am Heck ausgebrochen und durch Gegenlenken quer zur Straße geschleudert. Ein entgegenkommender Linienbus konnte nicht mehr ausweichen – der Pkw wurde weiter gegen einen Baum geschleudert. Bilanz der Familientragödie: Lebensgefährte der Mutter schwerstverletzt und der – nicht angeschnallte – Cousin tot. Wie durch ein Wunder blieben der Lenker und alle Businsassen unverletzt.

Entgeltliche Einschaltung

Gestern am Landesgericht skizzierte ein Kfz-Sachverständiger, was zum Unfall führte: So waren neben einem Fahrfehler, nicht angepasster Geschwindigkeit (90 statt 60 km/h) vor allem die Bereifung des Pkw unfallauslösend. Über sechs Jahre alte Winterreifen unterschiedlicher Marken waren aufgezogen. Den Sportreifensatz hatte der 22-Jährige günstig in Rumänien angekauft. In der Zusammenschau eine grob fahrlässig herbeigeführte Tötung. Der über den Tod des Cousins Erschütterte nahm acht Monate bedingte Haft und 1440 Euro Geldstrafe sofort an.


Die Auswirkungen der Pandemie werden immer öfter Thema am Landesgericht. Im Februar sollen diese einen 43-Jährigen sogar zu einem Banküberfall bewogen haben. Es war der erste in Tirol seit zweieinhalb Jahren. Einzig mit einer FFP2-Maske vermummt, hatte der Innsbrucker eine Bankfiliale im Westen von Innsbruck betreten und der Kassiererin einen handgeschriebenen Zettel vorgehalten. Darauf war von Verzweiflung, einer Waffe und einem Überfall zu lesen. Da die Bankangestellte nicht auf die Hände des Räubers sehen konnte, folgte sie den Anweisungen des Maskierten und befüllte einen Stoffsack mit Geldscheinen. Währenddessen war jedoch auch schon der Alarm betätigt worden. Zudem befand sich zwischen den Scheinen auch ein Alarmpaket zur Ausforschung des Täters. Die tapfere Dame wusste, was sie tat: Es war bereits ihr dritter Banküberfall, wie sie gestern am Landesgericht als Zeugin im Raubprozess ausführte. Der 43-Jährige hatte indes geschildert, in welchen Sog von lange andauernder Arbeitslosigkeit, Alkohol und Online-Glücksspiel er durch die Lockdowns hineingezogen wurde. Am Ende standen Privatschulden bei Freunden. Als einer von ihnen dringend auf die Rückgabe von 3000 Euro gedrängt hatte, habe er sich „übernachtig in einem Blackout“ zur Tat hinreißen lassen. Schon 18 Minuten nach dem Alarm war der Unbewaffnete um 10.45 Uhr verhaftet worden. Bei einem Strafrahmen von einem bis zehn Jahre Haft ergingen nicht rechtskräftig zwei Jahre Gefängnis. Geständnis, Unbescholtenheit und die Spontanität der Tat drückten die Strafe, die Generalprävention verhinderte die Mindeststrafe. (fell)

TT-ePaper 4 Wochen gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, ohne automatische Verlängerung

TT ePaper

Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung