Wetter in Tirol

Das Wochenende wird kühl und nass: Aprilwetter setzt sich auch im Mai fort

Der Regenschirm ist in den kommenden Tagen ein treuer Begleiter.
© Thomas Böhm

Nach einem noch recht sonnigen Freitag stellt sich am Wochenende in Tirol wieder unbeständiges, kühles und regnerisches Wetter ein. Auch der Maibeginn verläuft nicht so recht „wonnenhaft".

Innsbruck ‒ Der Start in das Wochenende könnte kaum besser sein: Sonnenschein und Temperaturen von mehr als 20 Grad sorgen zumindest bis Freitagnachmittag für Frühlingsstimmung in Tirol. Doch das war es dann leider schon wieder. Auch an seinem letzten Tag muss der April seinem Ruf noch einmal gerecht werden.

Der Samstag wird nämlich trüb, kühl und nass. Bereits am Vormittag erfasst teils kräftiger Regen das gesamte Oberland. Bis zum Nachmittag setzt auch im Unterland und in Osttirol Niederschlag ein, während im Westen der Regen schon wieder schwächer wird. Die Höchstwerte liegen nur noch bei 10 bis 12 Grad.

Und auch der Start in den Wonnemonat Mai am Sonntag ist etwas getrübt. Es bleibt wechselhaft, die Wolken überwiegen und Regenschauer sind ein ständiger Begleiter durch den Tag. Zumindest zwischendurch lässt sich immer wieder mal die Sonne blicken.

Auch am Montag und Dienstag bleibt es weiter unbeständig und wechselhaft. Die Prognosen sind aber wieder etwas freundlicher. Die Sonnenstunden nehmen langsam zu und auch die Temperaturen werden wieder frühlingshafter und klettern Richtung 20-Grad-Marke.

April-Bilanz: Kühl, trocken und ein paar Sommertage in Innsbruck

Die Österreichische Unwetterzentrale hat den April 2022 wettertechnisch bereits analysiert und eine Bilanz gezogen. Der Monat schließt im Flächenmittel über ganz Österreich betrachtet etwa 1,6 Grad kälter als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 ab. Er war vor allem im Norden auch überdurchschnittlich nass, während es in Tirol weiterhin zu trocken war.

Verantwortlich für die kühle Gesamtbilanz war rege Tiefdrucktätigkeit über dem Baltikum, welche im Alpenraum zu mehreren Nordlagen geführt hat. Gleich zu Monatsbeginn sorgte ein Italientief namens „Lotte" für spätwinterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen, am 3. April wurden vorübergehend selbst in Wien 5 cm Schnee gemessen. In der folgenden, teils klaren Nacht gab es im Mühl- und Waldviertel strengen Frost, in Reichenau und Freistadt wurden neue Monatsrekorde aufgestellt.

In der Schwarzau im Oberen Waldviertel, einer flachen Senke in der Gemeinde Moorbad Harbach, sank die Temperatur sogar auf -21,3 Grad. In Summe wurde regional eine überdurchschnittliche Anzahl an Frosttagen verzeichnet, beispielsweise waren es in Salzburg acht bei einem Mittel von drei.

Zwischendurch gab es allerdings auch einen sehr milden Abschnitt und am 12. April wurde in Innsbruck, deutlich früher als üblich, der erste Sommertag verzeichnet. Im Mittel von 1991 bis 2020 wäre hier der erste Sommertag am 29. April bzw. im Klimamittel von 1961 bis 1990 am 11. Mai zu erwarten.

Der April brachte im Flächenmittel durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen, allerdings gab es große regionale Unterschiede. So war der Monat vom Mühl- und Waldviertel über das Traun- und Mostviertel bis zum Alpenostrand sowie streckenweise auch im Süden niederschlagsreicher als üblich, während es vor allem in Nordtirol weiterhin zu trocken war. So gab es etwa im Oberland teils weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. (TT.com)

Extremwerte April 2022 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 26,9 Grad Innsbruck (T, 14.)
  • 26,1 Grad Mooslandl/Hieflau (ST, 14.)
  • 25,6 Grad Tullnerfeld (NÖ, 14.)

Anzahl Sommertage

  • 3 Innsbruck (T)
  • 2 Haiming, Landeck (T) Bad Goisern (OÖ)
  • 1 u.a. St. Andrä / Lavanttal (K), St. Johann / Pongau (S), Mooslandl/Hieflau (ST), Langenlois (NÖ)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • -21,3 Grad Schwarzau/Moorbad Harbach (NÖ, 4.)
  • -12,5 Grad Summerau (OÖ, 4.)
  • -10,1 Grad Reichenau/Mühlkreis (OÖ, 4.)

Anzahl Frosttage unter 1000 m Seehöhe

  • 20 Weitensfeld (K; Mittel 11)
  • 18 Achenkirch (T; Mittel 13), Zeltweg (ST; Mittel 9)
  • 17 Zwettl (NÖ; Mittel 10)

Vorläufig nasseste Orte

  • 147 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)
  • 145 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 133 Liter pro Quadratmeter Weyer (OÖ)

Vorläufig trockenste Orte

  • 9 Liter pro Quadratmeter Prutz (T)
  • 11 Liter pro Quadratmeter Landeck (T)
  • 12 Liter pro Quadratmeter Haiming (T)

Vorläufig sonnigste Stationen

  • 204 Sonnenstunden Rohrspitz (V)
  • 201 Sonnenstunden Villach (K)
  • 199 Sonnenstunden Sillian (T)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 103 km/h Rohrspitz (V, 9.)
  • 94 km/h Ranshofen/Braunau (OÖ, 7.)
  • 92 km/h Reicherbserg (OÖ, 7.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 140 km/h Patscherkofel (T, 24.)
  • 126 km/h Feuerkogel (OÖ, 4.)
  • 119 km/h Brunnenkogel (T, 8.)

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