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Ruf nach mehr Gerechtigkeit zum 1. Mai

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Forderung nach höherem Arbeitslosengeld wird laut.
© APA/Gindl

Wien – Parteien und Interessenvertreter haben den gestrigen „Tag der Arbeitslosen“ zum Anlass genommen, mehr soziale Gerechtigkeit einzufordern. „Es braucht eine sozial gerechte Arbeitsmarktreform“, fordern etwa die Grünen und rufen dazu auf, das Volksbegehren „Arbeitslosengeld rauf“ zu unterschreiben. Die Arbeiterkammer (AK) wiederum mahnte ein „wirkungsvolles Maßnahmenpaket zur beruflichen Re-Integration von Langzeitarbeitslosen“ ein.

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arbeit plus, ein Netzwerk von rund 200 sozialen Unternehmen, kritisierte, dass die Rahmenbedingungen und Unterstützung für bestimmte Gruppen unzureichend seien, und zählte dabei Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Problemen und pflegende Angehörige sowie ältere Menschen auf. Die Corona-Pandemie habe die ohnehin schon schwierigen Lebensumstände für sie oft noch verschärft. Die Gewerkschaften ÖGB, vida und PRO-GE erneuerten ihre Forderung nach einem Mindestlohn von 1700 Euro brutto und einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Im Rahmen einer Pressekonferenz machten sie auf „schwierige Zustände“ für Arbeiterinnen aus der Reinigungsbranche und der Produktion aufmerksam. Die Hilfsorganisation Licht erinnerte daran, dass 64 Prozent aller Menschen mit Behinderungen weltweit arbeitslos sind.

Hier würden „Talente von 785 Millionen Menschen verschwendet“. Laut den heimischen Arbeitslosenzahlen von dieser Woche sind 324.977 Menschen ohne Job, davon sind 251.633 arbeitslos und 73.344 in AMS-Schulungsmaßnahmen – Tendenz leicht steigend. 50.039 Personen sind zur Kurzarbeit angemeldet. Das gewerkschaftsnahe Momentum Institut hat gestern vorgerechnet, dass die Hälfte aller Arbeitslosen in Österreich weniger als 992 Euro netto erhält. Zum morgigen Tag der Arbeit, dem 1. Mai, zieht auch die Denkfabrik Agenda Austria Bilanz über den Arbeitsmarkt. Corona habe dem Arbeitsmarkt den schwersten Schock der vergangenen Jahrzehnte zugefügt.

Den stärksten Anstieg an Arbeitslosen während der Pandemie gab es in Tirol und Salzburg – also in jenen Bundesländern, die vorher die geringste Arbeitslosenquote verzeichnet hatten. Verantwortlich dafür waren die massiven Einbußen im Tourismus. Es gibt mittlerweile Erholung, und: die Besetzung einer Stelle klappt am schnellsten in Tirol, im Schnitt nach 43 Tagen (Oberösterreich 76 Tage). (APA, ver)

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