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Spektakuläre Toplösung ist richtig zu deuten

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Alex Gruber

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Von Alex Gruber

Seit Jahrzehnten trägt Fußball-Österreich die Hoffnung in sich, dauerhaft zu den A-Nationen aufzusteigen und sich konstant für Großereignisse zu qualifizieren. Die Realisierung dieser Projekte wird in Kürze in die Hände des neuen Teamchefs Ralf Rangnick gelegt. Und nicht wenige attestieren dem oft kritisierten ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel mit der Verpflichtung des 63-jährigen deutschen Fußball-Fachmanns einen echten Transfercoup.

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Natürlich hatte der seinen Preis: Denn auf finanzieller Ebene hinkt der ÖFB der Belle Etage des internationalen (Klub-)Fußballs noch viel weiter hinterher als am grünen Rasen. So ging man in der Kosten-Nutzen-Rechnung auf den Deal ein, dass Rangnick in der neuen Saison für sechs Tage im Monat auch als Berater von Manchester United weiterhin tätig sein darf. Sonst hätte der „Erfinder“ der Red-Bull-Schule auf das „Ehrgefühl“, die rot-weiß-rote Auswahl zur EM-Endrunde 2024 in Deutschland führen zu können, vermutlich gepfiffen. Diese „Extrawurst“ wird da wie dort sicher zum Thema, wenn’s nicht wie gewünscht läuft.

Einer österreichischen Lösung oder „Wiener Partie“ um Peter Stöger oder Andreas Herzog wich Schöttel mit dem cleveren Manöver um den international anerkannten Rangnick gekonnt aus. Und in Sachen Autorität muss man dem aktuellen Teammanager von Manchester United (Kader-Marktwert 721 Millionen Euro) mit Sicherheit keinen Vortrag halten. Letztlich bleibt aber auch unter seiner Führung vieles eine Frage der so genannten Chemie. Denn zum aggressiven und pressingorientierten Spielstil, den er dem ÖFB-Team einbläuen soll, gesellt sich die menschliche Ebene – passt Rangnicks System zur rot-weiß-roten Schule?

Nur wegen der Verpflichtung von Rangnick steigt die heimische Auswahl nicht zu den „Global Players“ auf. Nach dem bitteren Aus im WM-Play-off lebt aber der Glaube, dass er die vorhandenen Ressourcen besser bündeln kann. Vielleicht lassen ihn die neun Millionen österreichischen Teamchefs zu Beginn einfach einmal in Ruhe arbeiten.


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