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Schloss Landeck: Seelentiefe Landschaften und Menschenbilder

Südtiroler Künstlers Raimund Prinoth eröffnete der Bezirksmuseumsverein Landeck gestern Vormittag den Reigen der Ausstellungen auf Schloss Landeck.

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Raimund Prinoth zeigt sich als vielseitiger Künstler auf Schloss Landeck.
© Hauser

Landeck – Mit einer Schau von Werken des Südtiroler Künstlers Raimund Prinoth eröffnete der Bezirksmuseumsverein Landeck gestern Vormittag den Reigen der Ausstellungen auf Schloss Landeck.

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Für Prinoth bestimmt die Thematik die Technik. So zeigt er sich einmal altmeisterlich (foto)realistisch oder einmal mittels Spachteltechnik als an der Klassischen Moderne orientierter Künstler. Auf den ersten Blick würde man den 74-jährigen am Ritten bei Bozen lebenden Prinoth in der Kategorie jener Landschaftsmaler verorten, die vom Wunsch beseelt sind, dem Schönen etwas Schönes hinzuzufügen. Seine Motive sind zwar stets realistisch, geben aber zumeist nicht nur die Realität wieder. Mit auf Wirkungsästhetik ausgerichteten, konstruierten Bilderfindungen sind es vielmehr atmosphärisch aufgeladene, sinnoffene Angebote, die den Betrachter mit seiner individuell angesprochenen Gefühlswelt in den Deutungsprozess einbeziehen. Meist sind es Landschaften, aus Skizzen, aus Einzelteilen zusammengesetzt, auf Landschaften übertragene Metaphern für Einsamkeit, Vergänglichkeit, Hoffnung oder Erlösung. Selbst in seinen topografisch zuordenbaren Landschaftsansichten sind aufgrund einer übersteigerten Farbgebung sowohl das Idyll als auch das Unwägbare präsent.

Auf beeindruckende Art und Weise gelingt es dem Künstler, subjektive Stimmungen in der Realität mitschwingen zu lassen. Auch Prinoths Porträts nach realen Personen scheinen dazu angetan, als Projektionsfläche für seelische Empfindungen wie Wehmut, Sehnsucht, Hoffnung zu dienen. Selbst ein Bildnis von Eva wird zum gesellschaftlichen Statement, lockt sie doch nicht mit Äpfeln, sondern Zitronen.

Ganz eindeutig wir Prinoth in seinen Karikaturen, die über Jahre in der Sonntagszeitung Zett erschienen sind. Diese Abrechnungen mit Tabus und Scheinmoral, eine Welt der gesellschaftlichen Irrungen und Verdrehungen entlarvend, sind beseelt von herzhaft-augenzwinkerndem Humor.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 29. Mai, täglich von 10. bis 17 Uhr. (hau)


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