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Deutsche Hersteller produzieren heuer 700.000 Autos weniger

Laut Bericht der Automobilwoche werden wegen Problemen mit der Teileversorgung weniger Autos produziert. Auch gibt es immer weniger Rabatt auf Neuwagen.

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Deutsche Autohersteller – wie hier VW – haben mit der Teileversorgung zu kämpfen.
© REUTERS

Wolfsburg, Stuttgart, München – Die deutschen Autobauer werden einem Medienbericht zufolge heuer wegen Problemen mit der Teileversorgung rund 700.000 Autos weniger fertigen können als zu Jahresanfang geplant. Die Branchenzeitung "Automobilwoche" berichtete unter Berufung auf Daten des Dienstleisters IHS Markit, besonders betroffen sei die Marke VW, die in diesem Jahr über eine halbe Million Einheiten verliere. Bei Mercedes fehlten am Ende des Jahres 80.000 geplante Fahrzeuge, bei BMW sogar 100.000.

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Premiummarken im Fokus

Der VW-Konzern konzentriere sich auf seine Premiummarken, die mehr Marge bringen. So steige die Produktion bei Porsche sogar, bei Audi gehe sie nur leicht zurück. Leidtragender sei die Marke VW, bei der über 500.000 Bestellungen aufgelaufen seien. "Wir setzen alles daran, im weiteren Jahresverlauf die Produktion trotz bestehender Engpässe bei Zulieferteilen zu stabilisieren, um Kundenfahrzeuge schnellstmöglich ausliefern zu können", sagte ein VW-Sprecher der "Automobilwoche". Alle Prognosen stünden aber unter dem Vorbehalt weiterer Einschränkungen in der Lieferkette durch den Krieg in der Ukraine und den Corona-Lockdown in China.

Die Folgen des Mangels sind auf dem deutschen Automarkt bereits sichtbar. Die Rabatte für Neuwagen sind weiter gesunken. Grund ist das knappe Angebot, das sich aus den Produktionsengpässen bei den Herstellern ergibt. Auch bei tageszugelassenen Fahrzeugen, jungen Gebrauchtwagen, den Vermieterfahrzeugen und den Rückläufern aus dem Leasinggeschäft war das Fahrzeugangebot im April äußerst eng, heißt es in der jüngsten Marktstudie des Duisburger "Center Automotive Research".

In der Folge fahren die Händler die sonst üblichen Kaufanreize weiter zurück. Für die meistgekauften Fahrzeuge mit Verbrennermotoren wurde im Internet mit durchschnittlich 16,3 Prozent so wenig Nachlass auf den Listenpreis gewährt wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Dafür müssen die Interessenten häufig auch noch ungewöhnlich lange Lieferfristen in Kauf nehmen.

Gekauft wird, was verfügbar ist, berichtet Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. So würden Tageszulassungen und Lagerwagen teils zu höheren Preisen abgegeben als frei konfigurierbare Neuwagen, auf welche die Kunden warten müssten. Das sei äußerst ungewöhnlich.

Dämpfend wirken der Studie zufolge die staatliche Förderung und Hersteller-Rabatte auf Elektroautos. Auch die sogenannten Auto-Abos würden in steigender Zahl und vergleichsweise günstig angeboten. Eine schnelle Erholung des Angebots erwarten die Marktbeobachter nicht. Nicht alle Produktionsausfälle und Rückstände ließen sich in den kommenden sechs Monaten aufholen. Daher gebe es ein hohes Risiko, dass der deutsche Automarkt das Jahr 2022 mit einen neuen Negativrekord abschließt, sagte Dudenhöffer. Verlierer seien die Käufer, während die Hersteller dank hoher Margen weiterhin Gewinne erzielten, wie die ersten Quartalszahlen gezeigt hätten. (APA/Reuters/dpa)


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