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15 Jahre nach Krebserkrankung schwanger: Erfolg für Klinik Innsbruck

Nach einer aggressiven Krebserkrankung des Lymphsystems vor mehr als 15 Jahren ist eine Patientin der Uniklinik Innsbruck jetzt schwanger: Möglich machte das ein experimentelles Verfahren, zu dem sich die behandelnden Mediziner anno dazumal entschlossen.

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(Symbolfoto)
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Innsbruck – Ärzte der Uniklinik Innsbruck haben nicht nur das Leben einer Tirolerin, die vor über 15 Jahren an der aggressiven Krebsform Hodgkin Lymphom erkrankt ist, gerettet: Mithilfe einer experimentellen Methode haben die Mediziner der Frau auch ermöglicht, schwanger zu werden, obwohl sie aufgrund der Chemotherapie dazu eigentlich nicht mehr in der Lage war.

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Die Krebserkrankung des Lymphsystems muss in der Regel mit einer starken Chemotherapie behandelt werden – und das so schnell wie möglich. Eine Nebenwirkung dabei ist, dass die Regelblutung ausbleibt und betroffene Frauen keinen Eisprung mehr haben. Um ihrer Patientin eine spätere Schwangerschaft zu ermöglichen, haben sich die Mediziner der Uniklinik Innsbruck zu Behandlungsbeginn für eine experimentelle Methode entschieden. Anstatt wie damals üblich, froren die Ärzte der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin nicht Eizellen ein, sondern entnahmen Eierstockgewebe und konservierten dieses. Die Technik des Einfrierens von Ovargewebe existiert in Innsbruck seit 2003.

Nach erfolgreicher Behandlung der Patientin darf sich nicht nur die Frau sondern auch die Uniklinik über die Vermeldung der Schwangerschaft freuen. Immerhin ist es die erste Österreichs, die nachweisbar mit Hilfe dieser Methode eingetreten ist.

„Letztes Jahr haben wir das Eierstockgewebe wieder eingesetzt, worauf die Patientin bereits wenige Wochen nach der Transplantation einen eigenen Zyklus entwickelt hat“, freut sich die Direktorin der Innsbrucker Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Geburtshilfe, Bettina Toth „und nach einem halben Jahr wurde sie auf natürlichem Wege schwanger. Sie erwartet derzeit ihr erstes Kind“, so Toth abschließend. (TT.com)

Hintergrund:

2006 wurde an der Universitätsklinik Heidelberg das Netzwerk „Fertiprotekt“ gegründet. Es umfasst aktuell über hundert Zentren in Österreich, Deutschland und der Schweiz und hat sich zum Ziel gesetzt, die Beratung von Chemo- und Strahlentherapie-Patientinnen zum Thema Fertilitätserhalt zu standardisieren, so dass dies unabhängig vom Wohnort erfolgt. Bettina Toth und ihr Vorgänger Ludwig Wildt waren Teil des Gründungsteams und sind von Beginn an bei Fertiprotekt aktiv. Im Frühjahr 2022 wurde die Leiterin der Fertiprotekt-Ambulanz der Klinik, Oberärztin Bettina Böttcher, in den Vorstand von Fertiprotekt gewählt.


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