Entgeltliche Einschaltung

Mangelberufe in Österreich: Zu wenige Köche und Installateure

In manchen Regionen fehlen die Mitarbeiter, Übersiedlungshilfen könnten bundesweit regionalen Ausgleich schaffen.

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Es gibt zu viele offene Stellen für Köche.
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Wien – In manchen Berufsfeldern fehlen die Arbeitskräfte immer mehr. So sei laut dem wirtschaftsliberalen Thinktank Agenda Austria im März 2022 die Anzahl der Mangelberufe in Österreich stark angestiegen. Mittlerweile gebe es 80 Berufsfelder, in denen fieberhaft nach Beschäftigten gesucht wird. Diese reichen vom Elektroinstallateur über den Bautischler und Dreher bis zum Koch. Der so genannte Mismatch auf dem Arbeitsmarkt sei aber kein neues Phänomen. Denn die Arbeitslosen seien häufig nicht dort, wo die Jobs sind. Oder die Arbeitslosen haben nicht die Qualifikation, die die Unternehmen gerade brauchen. Eine Berechnung der Agenda Austria, die auf einer AMS-Sonderauswertung basiert, zeigt, in welchen Berufen besonders dringend nach Mitarbeitern gesucht wird. „Im Gastgewerbe gibt es zig offene Stellen und viele Jobsuchende, allerdings oftmals nicht im gleichen Bundesland“, sagt Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera. Dieses Problem ließe sich durch Anreize wie Übersiedelungshilfen und den temporären Verzicht auf Lohnsteuern reduzieren.

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„Deutlich schwieriger ist es beispielsweise bei Elektroinstallateuren, Krankenpflegern oder Tischlern. Denn hier gibt es überhaupt zu wenige Menschen, die diese Stellen besetzen könnten“, so Kucsera. Hier bräuchte es zielgerichtete Umschulungen und Weiterbildungen, um den Qualifikationsmismatch zu reduzieren.

Der Arbeits- und Fachkräftemangel spitze sich immer weiter zu, stellte gestern auch Christoph Neumayer von der Industriellenvereinigung fest. Die Zahl der offenen Stellen steige auch im April weiter an und verdeutliche die massive Herausforderung für den Standort Österreich. „Die vorhandenen Potenziale am Arbeitsmarkt müssen bestmöglich genutzt und die Beschäftigungsanreize weiter gestärkt werden“, betonte Neumayer in einer Aussendung. Beim AMS sind mittlerweile fast 129.000 offene Stellen gemeldet, davon über 46.000 im produzierenden Sektor. Die AMS-Plattform „alle jobs“ weise sogar weit über 250.000 Jobangebote aus. (ver)


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