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Löschroboter in Tirol: Sie kommen, wenn es richtig brenzlig wird

Tirols Feuerwehren verfügen über drei große und einige kleinere Löschroboter. In Zukunft werden es bedeutend mehr sein.

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Ob in Tunnels, Tiefgaragen oder Hallen: Wo es für Menschen zu gefährlich ist, werden – wie hier im Bild bei einem Feuer in Inzing – die fahrbaren Löschmaschinen vorgeschickt.
© zeitungsfoto.at

Von Benedikt Mair

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Innsbruck, Inzing – Kilometerweit ist die schwarze Rauchsäule zu sehen. Samstag vor zwei Wochen. In einer Industriehalle eines Entsorgungsbetriebes bei Inzing bricht Feuer aus. Flammen schlagen hoch, die Temperaturen steigen auf über 500 Grad Celsius. Solche Hitze lässt Stahlträger instabil werden, das Gebäude droht einzustürzen. Für die Einsatzleitung steht fest: Menschen schicken wir dort keine rein, es herrscht Lebensgefahr. „Deshalb wurde der große Löschroboter der Berufsfeuerwehr zur Unterstützung gerufen“, sagt Landes-Feuerwehrinspektor Alfons Gruber. Tirolweit gibt es aktuell drei dieser Geräte – in Innsbruck, Landeck, seit Kurzem in Ehrwald. Dazu kommen einige kleinere, weniger leistungsstarke Modelle. Künftig werden es mehr sein.

„Wir setzen diese Maschinen dort ein, wo aus Sicherheitsgründen keine Mannschaft hinsollte“, meint Gruber. Er nennt sie „fahrbare Schneekanonen“, die durch zwei Kettenlaufwerke bewegt werden, wahlweise einen Löschnebel erzeugen oder das Wasser bis zu 80 Meter weit werfen können. „Außerdem ist es möglich, damit Gebäude zu belüften.“ Gesteuert wird mit einem Joystick, navigiert mithilfe einer Kamera, die Piloten müssen dafür eine eigene Ausbildung absolvieren.

Bereits im Jahr 2008 wurden hierzulande die ersten beiden großen Roboter angeschafft – eigentlich für Feuer in Tunnels. Dieser Ernstfall trat zum Glück nie ein. Einsatzgebiete gibt es dennoch genug. Neben den großen Hallen „meist bei Brandereignissen in Tiefgaragen“, sagt Alfons Gruber. „Dort unten herrscht oft dichter Rauch, auch die Hitze ist ein Problem.“ Theoretisch können die Fahrzeuge auch Treppen überwinden oder unwegsames Gelände – beispielsweise das Schotterbett bei Gleisanlagen – queren. „Hier ist aber Vorsicht geboten, die Antriebsketten könnten brechen. Je nach Situation ist abzuwägen, ob ein Ausrücken sinnvoll ist oder nicht.“

Die großen Löschmaschinen kosten rund 180.000 Euro, kleinere gibt es bereits um knapp 40.000 Euro. Viel Geld. Im Vergleich zu anderen Feuerwehrutensilien aber durchaus erschwinglich – ein normales Tankfahrzeug ist ab 400.000 Euro erhältlich. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in Zukunft mehr dieser Geräte im Einsatz sehen werden“, sagt Landes-Feuerwehrinspektor Gruber. „Sie erhöhen die Sicherheit für unsere Mannschaften. Und das ist das Wichtigste.“

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