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Um Impfung zu entkommen: Teststraßen-Trickserei endete mit hohen Geldstrafen

Wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten und dem Vergehen der Beweismittelfälschung mussten sich am Mittwoch ein 22-Jähriger und ein 23-Jähriger vor Gericht verantworten. Sie hatten versucht, ein gefälschtes Corona-Testzertifikat zu bekommen.

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Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Um einer drohenden Covid-Impfpflicht zu entkommen, hatten zwei Arbeitskollegen aus dem Oberland im Jänner einen gewagten Schritt getan. So war der 23-Jährige bereits an Covid erkrankt. Sein noch nicht infizierter Kollege überredete ihn darauf, trotz Absonderungsbescheids doch in seinem Namen in die Teststraße zu gehen, um für den 22-jährigen Kollegen ein positives Testzertifikat zu erlangen. Mit diesem Schritt wollte der 22-Jährige als später Genesener einer allfälligen Impfung entkommen.

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Am Mittwoch mussten sich beide am Landesgericht wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten und dem Vergehen der Beweismittelfälschung verantworten. Vor Richterin Andrea Wegscheider waren beide zur Anklage sofort umfassend geständig, außerdem schien beiden die Aktion heute über alle Maßen peinlich zu sein.

Der 22-Jährige zur Richterin: „Alle waren schon infiziert, nur mich hat es nie erwischt. Als Nicht-Geimpfter war ich ja vom Sport und Fitness überall ausgeschlossen." Darauf war er auf die Idee gekommen, seinen Kollegen zu dem fragwürdigen Schritt zu überreden: „Ich hab' halt seine Gutmütigkeit ausgenutzt. Er hat mir gleich gesagt, dass das Ganze eine dumme Idee ist. Heute kann ich gar nicht mehr fassen, wie dumm die Idee war."

In der Tat hatte die Lügengeschichte kurze Beine, denn an der Teststation vor Ort wurde der bereits Infizierte sofort von einer aufmerksamen Mitarbeiterin erkannt und bemerkt, dass es sich niemals um den 22-jährigen Auftraggeber handeln könne.

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Geldstrafen von je 3750 Euro

Der 23-Jährige beschwor ebenso vor der Richterin, dass er einfach viel zu wenig überlegt habe und natürlich nie die Absicht hatte, irgendjemanden anzustecken. Richterin Wegscheider erklärte ihm, dass es bei dem Delikt jedoch nur darum gehe, dass man es selbst für möglich halten könne, dass durch den Bruch des Absonderungsbescheids eine Kontaktperson angesteckt werden könnte.

Staatsanwalt Michael Gschwandtner wertete bei aller Ansteckungsgefahr und Planung einer Beweismittelfälschung das reumütige Geständnis als mildernd. Richterin Wegscheider verhängte darauf über beide eine Geldstrafe von je 3750 Euro. Da beide Angeklagten bislang unbescholten waren, sah das Gericht von der Verhängung einer Haftstrafe ab. Eine bedingte Strafe schloss die Richterin aber ebenso aus, dass die Strafhöhe für allfällige Nachahmungstäter abschreckend wirkt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (fell)


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