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Erst 1,5 Prozent der Häuser sind gedämmt

Das Dämmstoff-Unternehmen Steinbacher rechnet mit einem Sanierungsboom, obwohl Dämmstoffe teurer wurden.

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Die Geschäftsführer Ute Steinbacher und Roland Hebbel führen ihr Dämmstoff-Unternehmen Steinbacher heuer in sein 60. Bestandsjahr.
© Steinbacher

Erpfendorf – „Energie wird teuer bleiben“, sagt Roland Hebbel. Er und seine Frau Ute Steinbacher produzierten mit dem gleichnamigen Unternehmen in Erpfendorf letztes Jahr eine Million Kubikmeter Dämmstoffe. Deren Preis ist, nicht zuletzt wegen der hohen Energiekosten und unterbrochenen Lieferketten, von 100 Euro pro Kubikmeter im Jahr 2020 auf jetzt 130 Euro gestiegen. 124 Millionen Euro Umsatz wurden letztes Jahr erwirtschaftet. Heuer wird das Unternehmen 60 Jahre alt. Es hat Niederlassungen in Österreich, Deutschland und Polen und 460 Mitarbeiter.

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„Ohne Dämmung ist der Energieverbrauch nicht zu senken und sind die Klimaziele nicht zu erreichen“, sagt Hebbel. Der Umgang mit Energie werde aufgrund der Preisentwicklung sorgsamer werden. Der Firmenchef begrüßt das. Ihm gefallen die Auswüchse der Wegwerfgesellschaft nicht.

Am Dienstagabend war die Tiroler Adler-Runde zu Gast bei „Steinbacher“. Der Zusammenschluss von rund 40 Unternehmern widmet sich heuer dem Thema „Nachhaltigkeit“.

Um die CO2-Ziele zu erreichen, müssten drei Prozent der Häuser gedämmt sein. Das wären doppelt so viele, wie es derzeit sind. Aufgrund der hohen Preise für Baumaterial rechnet Hebbel damit, dass der Neubauboom künftig etwas nachlassen und die Sanierungen zunehmen werden. „Den Werkstoff dafür nehmen wir künftig nicht aus der Erde, sondern aus der Hauswand.“ Dämmstoffe werden in Erpfendorf aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Langfristig will Steinbacher Abfälle von Baustellen wiederverwerten und zu Dämmplatten verarbeiten. Kreislaufwirtschaft ist das Thema für die Unterländer Unternehmer. Schon jetzt gibt es in den Werkhallen „keine Abfälle und kein Abwasser“. Was wegfalle, werde zu 100 Prozent wiederverwertet.

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Ob man sich Häuslbauen aufgrund der hohen Grund- und Materialkosten noch leisten kann? „Die Mehrkosten kann nicht der Staat zahlen, das ist die Frage, die jeder Einzelne lösen muss“, sagt Hebbel. (aheu)


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