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Oberlandesgericht bestätigt: Kutscherei in Axams war Tierquälerei

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Wallach bis zum Tod vorangetrieben: Nach einem Vorfall in Axams stand ein Kutscherbetrieb im Fokus von Tierschützern und Justiz.
© Symbolbild: APA

Von Reinhard Fellner

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Innsbruck – Eine per Video festgehaltene Touristenkutschenfahrt in Axams, an deren Ende ein Wallach tot zusammengebrochen war, avancierte 2018 zum internationalen Aufreger. Obwohl sich die Gelderländer-Zugpferde an dem Junitag vor Erschöpfung schon gegenseitig gestützt hatten, waren sie vom Kutscher mit massivem Peitscheneinsatz vorangetrieben worden. Im Zuge der Ermittlungen zum Fall war dann noch bekannt geworden, dass der Betriebsinhaber der Kutscherei im Jahr 2015 Pferde als Zugtiere eines Gladiatorenwagens mit stark blutendem Maul über einen Veranstaltungsparcours hatte traben lassen. Ursache für die Verletzungen war eine schlecht montierte Stange, die den Pferden gegen die Nüstern geschlagen hatte. Unter größtem Interesse der Öffentlichkeit wurden Kutscher und Kutschereiinhaber letzten Juni in einem zweitägigen Prozess am Landesgericht beidseits wegen Tierquälerei verurteilt. Nach einer Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht sind die Urteile nun rechtskräftig. Einzig die Strafen wurden beim Kutscher von 400 in zur Hälfte bedingte 640 Euro und beim Inhaber von 4800 in zur Hälfte bedingte 2880 Euro (wegen langem Wohlverhalten) umgewandelt.

OLG-Senatsvorsitzender Werner Urbaner sah schon aufgrund der Videos eine Tierquälerei durch den Kutscher am verendeten Wallach gegeben: „Da braucht es keinen weiteren Gutachter mehr. Im Video ist klar zu erkennen, dass das Tier völlig erschöpft war und vor der mit 19 Personen besetzten Kutsche per Peitschenhiebe weitergetrieben wurde!“ Im Fall des Kutschereiinhabers orientierte sich das OLG an Gutachtern. Demnach war eine Stange am Gladiatorwagen unsachgemäß montiert und hatte den Tieren Schmerzen bereitet.


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