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Grissemann mit Sidekick Dolezal im Steudltenn Uderns: Für fünf Euro mehr

Christoph Grissemann bespaßt mit Sidekick Christian Dolezal den Steudltenn in Uderns und sagt artig sowie quasi astrein tirolerisch „Dankkke!“.

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Verspätet, aber doch: Christoph Grissemann (l.) und Christian Dolezal am Mittwoch im Steudltenn.
© Rita Falk

Von Markus Schramek

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Uderns – 537 Ausgaben des brachialkomischen Spätabendunterhaltungsformats (sorry für dieses wahnwitzige Kompositum!) „Willkommen Österreich“ stehen Stand heute zu Buche. Schon allein aufgrund dieses schier endlosen Erfolgslaufs im ORF würde den beiden hauptberuflichen Willkommen-Heißern, Christoph Grissemann und Dirk Stermann, ein zumindest inoffizielles Gütesiegel zustehen: Wie wäre es mit „Verdienteste Lästermäuler einer ganzen (Ski-)Nation“?

Zynisch, böse, untergriffig, aber irgendwie doch auch herzallerliebst – und immens populär: So ist das „Willkommen-Österreich“-Gespann. Und so erweist sich Christoph Grissemann auch in anderer Konstellation als Zugnummer, als Spin-off des TV-Hits. Der Steudltenn in Uderns ist vorgestern ausverkauft. Die BesucherInnen, sogar jene von der lästigen Presse aus der Weltstadt am Inn, erscheinen pünktlich.

Doch jemand fehlt: genau, ein gewisser Herr Grissemann. Der trudelt zusammen mit seinem Spaßmach-Kompagnon des Abends, dem Wiener Schauspieler Christian Dolezal, gehörig verspätet im Zillertal ein. Zusammen sollen die beiden ein Kabarett namens „Buh!“ geben. Den Titel muss man sich nicht zwingend merken. Er tut nicht viel zur Sache.

Niemand murrt, alle lächeln quasi vorauseilend, als Grissemann dann doch die Bühne betritt. Als aus Innsbruck Gebürtiger drückt sich der Entertainer pflichtschuldigst ein „Dankkke!“ heraus. Da könnte manch ein Landeshauptmann mit Wohnort Zams glatt vor Neid erblassen.

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Grissemann keppelt drauflos, diesfalls mit einer resoluten Besucher-Dame, die ihrerseits den Dialog sucht mit dem vermeintlich kratzbürstigen Herrn da oben (also dem auf der Bühne!). Der Angesprochene mutiert flugs zum Schnurrkätzchen und bedankt sich artig mit einem Euro-Fünfer, als sich besagte Besucherin als Fan von – na was wohl? – „Willkommen Österreich“ deklariert.

Dann darf auch der Sidekick vor den Vorhang: Christian Dolezal, in Tirol nicht halb so prominent wie sein Gegenüber, aber immerhin Mitspieler in TV-Serien wie „Schlawiner“ oder zuletzt in David Schalkos „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“.

Alles nicht so ernst gemeint heute Abend, weder die Tipps fürs Schauspielerwerden noch die Giftpfeilchen auf Promis wie Tobias Moretti (am Euter einer Kuh) oder auf Gregor Bloéb als ... Morettis Bruder oder auf den Snob Klaus Maria Brandauer und den Grantler Paulus Manker.

Die animalischen Verrenkungen des bemühten Mimen Dolezal sind lustig anzusehen: Als Hai, geht so, aber als Seegurke ist er eine Legende. Er hat ja doch was gelernt in seinen vier Jahren am Tiroler Landestheater zu Beginn des laufenden Jahrtausends.

Am Ende erhält Grissemann den Fünfer aus Reihe 1 wieder zurück. Auch ein Zeichen von Anerkennung.


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