Entgeltliche Einschaltung

Von den Gegensätzen in allen Dingen: Ausstellung in Mieming

  • Artikel
  • Diskussion
Chinesische Tusche-Malerei sechs chinesischer Künstler aus Jiangxi (Mittelchina) gilt es im Mesnerhau­s in Mieming zu bewundern.
© Hauser

Mieming – Nur selten findet chinesische Kunst ihren Weg nach Europa. Tut sie es in seltenen Fällen doch, so wie in der vom Haller Künstler Manfred Egger organisierten Schau im Kunst-Werk-Raum Mesnerhaus in Mieming, so handelt es sich meist um Tuschmalerei. 2011 und 2012 als Gastdozent in China tätig, knüpfte Egger die entsprechenden Kontakte für den künstlerischen Austausch.

Entgeltliche Einschaltung

Basierend auf einer mehr als fünftausendjährigen Philosophie und Denkweise, gehört die chinesische Tuschmalerei zu den wertvollsten Schätzen der Weltkultur. Über Generationen weitergegeben, ist Tradition alles. Veränderungen gesellschaftspolitischer Natur, eine Sicht auf die politische und soziale Situation des Landes, ist bestenfalls in subtilen Ansätzen auszumachen. Dass davon entschieden mehr einfließen könnte, versteht sich von selbst, dass es das nicht darf, allerdings auch. Unter historischen Gesichtspunkten betrachtet, ist die Schau mit Werken von Song Xiaomin, Zheng Yue, Yang Zhen, Li Qiang, Peng Lang und Wan Xin aus Jiangxi (Mittelchina), alle sechs erfahrene Künstler und Lehrende an der Art University of Yichun, sehr reizvoll, bietet sie doch Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart dieser alten Technik. Zurückzuführen auf den Daoismus, ist es eine nach Natürlichkeit, Stille und Gelassenheit strebende Malerei. Die Arbeiten folgen dem Prinzip, in einer äußeren Form der Natur Empfindungen des Herzens aufzuzeigen und philosophische Aussagen zu treffen. Die gezeigten Arbeiten folgen durchwegs dem traditionellen Prinzip des Yin und Yang, beruhend auf der Gegensätzlichkeit aller Dinge. Konkret zeigt sich das im Nebeneinander von Realität und Surrealität, Dynamik und Ruhe, kräftigem Duktus und zart kolorierten Flächen oder Schlichtem und Komplexem.

Souverän bewegen sich die Künstler durch die verschiedensten Stile, vom großzügig angelegten Freihandstil bis hin zum akribisch ausgearbeiteten präzisen Stil. Das Arbeiten auf geleimtem Papier bzw. Seidenpapier erfordert ungemeine Disziplin – und die wird in China bekanntlich staatlich überwacht. Zu sehen bis 29. Mai, Sa und So, von 16 bis 10 Uhr. (hau)

TT-ePaper 4 Wochen gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, ohne automatische Verlängerung

TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung