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Sohn von Ex-Diktator Marcos führt bei Präsidentenwahl auf Philippinen

Die Schwester des scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte dürfte Stellvertreterin werden. Die umstrittene Familie Marcos würde damit 36 Jahre nach ihrer Vertreibung in den Malacañang-Palast in Manila zurückkehren.

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Ferdinand Marcos Jr. dürfte das Rennen um die Präsidentschaft auf den Philippinen gewinnen.
© APA/AFP/JAM STA ROSA

Manila – Bei der Präsidentenwahl auf den Philippinen liegt der Sohn des einstigen Diktators Ferdinand Marcos inoffiziellen Berechnungen zufolge klar vorne. Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. bekam nach Teilauszählungen am Montag mehr als doppelt so viele Stimmen wie seine schärfste Konkurrentin, die bisherige Vize-Präsidentin und Oppositionsführerin Leni Robredo. Die umstrittene Familie Marcos würde damit 36 Jahre nach ihrer Vertreibung in den Malacañang-Palast in Manila zurückkehren.

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Wie hoch die Wahlbeteiligung war, war zunächst noch unklar. Rund 67 Millionen Menschen waren zu den Urnen gerufen. Insgesamt bewarben sich neun Kandidaten und eine Kandidatin (Robredo) um das höchste Staatsamt. Die Wahl gewinnt, wer die meisten Stimmen bekommt. Bei der Wahl zum Vize-Präsidenten lag der Auszählung zufolge Sara Duterte deutlich vorne, die Tochter des scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte. Sie war bei der Wahl zusammen mit Marcos angetreten.

Die Wahl war von gewaltsamen Attacken überschattet. Auch gab es teilweise Probleme mit defekten Stimmenzählmaschinen und fehlenden Namen auf Wählerlisten. "Trotz einiger Pannen und einiger Gewalt ist die Wahl aber im Allgemeinen gut verlaufen", sagte George Garcia von der Wahlkommission. Rund 67 Millionen Menschen waren zu den Urnen gerufen, um den Nachfolger des umstrittenen Präsidenten Rodrigo Duterte zu wählen.

Ferdinand Marcos hatte im Jahr 1986 nach einem Volksaufstand das Land verlassen müssen, drei Jahre später starb er im Exil. Sein Sohn gab am Sonntag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einer Volksschule in der nördlichen Stadt Batac die Stimme ab. Vor dem Auftritt von Marcos Junior wurde das Gebäude von Bombenspürhunden durchkämmt.

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Insgesamt standen zehn Kandidaten zur Wahl, doch nur die amtierende Vizepräsidentin Leni Robredo und Marcos Junior hatten realistische Chancen. In letzten Umfragen lag der 64-jährige Marcos bei 56 Prozent und damit deutlich vor seiner Rivalin. Robredo gab ihre Stimme in einer Schule in der zentralen Provinz Camarines Sur ab, wo sie von Anhängern bejubelt wurde. (APA/dpa)


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