Entgeltliche Einschaltung
Plus

Osttirol Invest will Millionenzahlung von Lift-Familie Schultz einklagen

  • Artikel
  • Diskussion (2)
Die Kalser Lift-Affäre soll nun vor Gericht landen.
© TT/Oblasser

Von Max Strozzi

Entgeltliche Einschaltung

Kals – Seit Jahren wartet die Osttirol Invest (OIG), die über die Felbertauernstraße AG dem Land und dem Bund gehört, vergeblich auf eine Millionenzahlung der Lift-Familie Schultz. Wie mehrfach berichtet, hatte sich die OIG im Jahr 2018 mit 6 Mio. Euro an den Kalser Bergbahnen der Schultz-Gruppe beteiligt und war 2018 wieder ausgestiegen. Ihren 25-%-Anteil gab sie an die Schultz-Gruppe ab, ohne dass Schultz dafür gleichzeitig Geld überweisen musste, was viel Kritik und Skepsis erntete. Laut einem Gutachten sei der Anteil bis zu 5,7 Mio. Euro wert.

Nach jahrelangem Zögern zieht die OIG nun vor Gericht, um die Summe einzutreiben. Eine Klage gegen die HS-Beteiligungen GmbH, die Heinz Schultz und seiner Schwester und Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Martha Schultz gehört, werde gerade von den Anwälten ausformuliert, erklärt OIG-Aufsichtsrat Günther Frischmann. Der OIG-Aufsichtsrat hatte unlängst einstimmig beschlossen, den Klagsweg zu beschreiten, wenngleich OIG-Anwälte zuvor der Meinung waren, es bestehe ein „durchaus erhebliches Risiko, dass eine Klage auf Zahlung von 5,7 Mio. Euro „zur Gänze oder teilweise scheitern könnte“.

„Ein Prozessrisiko gibt es immer. Aber es gibt für uns keinen anderen Weg. Wir werden die Forderungen gegenüber der HS-Beteiligung einklagen“, sagt Frischmann. Wie berichtet, hatte ein Gutachten im vergangenen Herbst zwei unterschiedliche Abtretungspreise für die Bergbahn-Anteile der OIG hervorgebracht: 2,5 bzw. 5,7 Mio. Euro. Die 5,7 Millionen Euro seien laut Frischmann jener Preis, der sich aus den Vorgaben des seinerzeitigen Notariatsaktes ergeben würde. Den kleineren Abtretungspreis habe der Gutachter ins Spiel gebracht und mit einer neueren Berechnungsmethode begründet.

Liste-Fritz-Klubchef Markus Sint, der in den letzten Jahren mit Landtagsanfragen etwas Licht ins Dunkel der Affäre brachte, begrüßt die Klage. „Endlich kommen alle Fakten auf den Tisch. Dann zeigt sich endlich, ob die ÖVP-Politik im Jahr 2008 dem Schultz-Konzern 6 Millionen Euro Steuergeld schenken wollte.“

Heinz Schultz reagierte gestern auf eine TT-Anfrage zur Klage nicht.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung